"Unser Herrgott wird alles zum Besten lenken, ich für meinen Theil glaube an kein Glück mehr!"

"Da glaubt Ihr zuviel, bleibt brav und fleißig, dann wird noch Alles gut werden!" tröstet der Beamte und wendet sich zu einem Andern.

Hannes berichtet dem Bläsi, was der Beamte heute so freundliches geredet, der nahestehende Räuber hört zu und sagt finster:

"Hans, traue den "Großköpfen" nicht, s'ist Einer so schlecht wie der Andere und der dort Einer der Schlimmsten, sonst hätte er sich nicht als Oberschinder anstellen lassen! ... In seinen Beutel wird er dein Geld gesteckt haben, glaubs, ich kenne mich aus!"

"Kannst Recht haben, wer weiß? Unsereiner versteht eben nichts von all den lumpigen Gesetzen und wird doch bestraft, wenn er über das einfältigste hinausstolpert! ... S'ist himmelschreiend, wie man mit armen Leuten umgeht! ... Wäre nur der Spaniol da oder noch besser die ""große Zukunft!""

"B'st, er guckt!" flüstert Einer vom Ofen herüber.

Der Beamte steht beim Duckmäuser und lobt die Arbeiten desselben.

Will man talenvolle [talentvolle] Handwerker, wahre mechanische Genies finden, so muß man in Zuchthäusern nachsuchen, in welches wenige von Natur beschränkte Menschen kommen, desto häufiger solche, die bei besserer Erziehung und unter günstigeren Lebensverhältnissen ihrem Vaterlande zur Ehre und Zierde gereichen würden. Auch der Duckmäuser ist im Zuchthause zu einem Sesselmacher, Kunstschreiner, Dreher und Bildschnitzer geworden, der es in all diesen Dingen mit dem besten Meister einer Residenz aufzunehmen im Stande wäre. Das Arbeiten ist ihm Zerstreuung, Erholung, die wohlverdienten Lobsprüche der Beamten und Werkmeister, die Weihrauchwolken der Kameraden nimmt er scheinbar gleichgültig hin, aber sie gewähren ihm einen Schimmer von Glück, denn er ist ein gefallener Engel, die Natur hat ihn mit all ihren Gaben ausgestattet, widrige Schicksale trieben ihn in verkehrte Bahnen, der Hochmuth hat ihn gestürzt und ein stolzes, ehrgeiziges Herz schlägt noch immer und zuckt schmerzlich unter dem entehrenden Sträflingskittel.

Während der Beamte vom Duckmäuser weggeht, schreit der einäugige Stoffel ins Gewölbe herab:

"Katholiken! ... Katholiken! ... Unterricht!" und alle katholischen Sträflinge rüsten, entfernen sich und eilen der Kirche oder vielmehr dem schmucklosen Betsaale zu.