Die Bauersleute im Mooshofe lebten noch, der Fremde erzählte Vieles dem Zuckerhannes und dieser wurde über Alles, was er vorbrachte, so entzückt, daß er demselben antrug, ihn über die Steig hinauf zu begleiten.
Gesagt, gethan! Auf dem Wege ward Mancherlei geredet, der Fremde sagte auch, daß er einen treuen und geschickten Knecht wohl brauchen könnte, der Hannes säumte nicht, sich als solchen anzutragen und die Unterhandlung begann.
"Schaut, wer geht denn mit dem liederlichen Zuckerhannes?" ließen sich Zwei ganz laut vernehmen, welche auf der Staffel des Bären standen.
Der Fremde hörte es, schielte nach dem Begleiter hinüber, bemerkte, daß dieser erbleichte und zitterte, schwieg jedoch und ging weiter.
"Hat der wieder Einen umzubringen? Wahrscheinlich wird er ihn droben im Walde abthun wollen, man sollte den Fremden warnen!" flüsterte später ein Weibsbild, welches mit einem Bauern an den Beiden vorüberzog. Der Fremde machte ein ernsthafteres Gesicht und blickte nach der Höhe, von wo der Tannenwald finster und schweigend herabstarrte.
"Jokele, sei brav oder der Zuckerhannes muß Dich holen!" rief ein Kind dem kleinen Brüderlein zu, welches auf einem Holzstamme vor dem Hause saß und ins Blaue hinausschrie, beim Anblicke der beiden Wanderer aber erschrocken im vollen Laufe ins Haus hineinrannte.
Dem Zuckerhannes standen Thränen der Wuth und des Schmerzes in den Augen, er vermochte keine Silbe mehr hervorzubringen.
Nach einer kleinen Weile blieb der Fremde stehen und meinte:
"Hört, guter Freund, Ihr könnt es mir nicht verübeln, wenn ich mich für Eure Begleitung bedanke und dieselbe etwas verdächtig finde. Als Handelsmann muß ich in gute und schlechte Wirthshäuser, die Wirthin da drunten hat mir gar nicht recht gefallen und Ihr gefallt mir auch nicht. Wer ist denn der Zuckerhannes, der sich nicht unter ehrlichen Leuten sehen lassen darf? Seid Ihr's, dann laßt Euch nur nicht träumen, daß ich Euch als Knecht brauchen kann! Wie steht es, redet ehrlich und aufrichtig!"
Große Thränen quollen dem Armen über die Wangen, krampfhaft gab er dem Fremden die Hand, sagte mit zitternder Stimme: