"Der Spaniol ist eben ein G'studirter, der alle Schulen durchgemacht und alle Bücher verlesen hat, aber ich, was bin ich? Wer hat mich etwas lernen lassen? Du, Martin, hast gut reden, bist ein Wirthssohn, der brave Eltern hat, hast eine Stadtschule, Sonntagsschule, Gewerbsschule und weiß Gott was besuchen und mit gescheidten Leuten umgehen dürfen. Bei mir ist dies anders, ich bin in meinem Leben noch wenig in die Stadt gekommen und zudem jünger als du, denn du hast dein Schlosserhandwerk ja bis Ostern ausgelernt und wirst freigesprochen!" entschuldigte sich der Zuckerhannes.
"Wenn der Spaniol kein Narr ist (und das ist er nicht), so muß man ihn Musje Genie taufen! ... Nur Schade, daß ein solcher Mann auch den Husten bekommt und von den Flöhen gebissen wird wie Andere! ... Er hätte wohl bis Morgen an seiner Volksrede fortgemacht, denn wenn er einmal anfängt, hört er nicht mehr auf und wir spüren weder Flöhe, Wanzen noch Schlaf!"
"Meine Reden wirken Wunder, wie Orpheus Leier, sie bändigen Bestien und machen Bileams Esel gesprächig; ich habe das in Algier, Frankreich, Genf, Lausanne, Biel und hier erlebt! versicherte der Spaniol ernsthaft."
"Viel hab' ich nicht von der heutigen Rede verstanden, sie war mir wieder zu hoch, aber schön ist sie gewesen, das muß ich unserm Zimmercommandanten lassen!" sagt der alte Paul.
"Verstanden? Nicht verstanden? O ihr dummen Gojims! Du wirst doch wohl verstehn, daß Beschummle ist keine Sünde und unverlorne Sache finden, kein Verbrechen? Auf Deutsch: Betrügen ist eine Tugend und lange Finger sind ein Verdienst, weil der Mensch nicht nur für sich, sondern auch für die Menschheit betrügt und stiehlt, indem dadurch die ehrliche, volksfeindliche Mehrzahl beschädiget und für die große Zukunft gearbeitet wird!" belehrt der Mauschel den Paule.
"Es geht doch nichts über einen Juden, der dümmste ist gescheidter als zehn Christen!" lacht der Spaniol.
"Wenn man in der "großen Zukunft" sich mit Jeder einen Spaß machen darf, die Einem gefällt, dann gehöre ich der reinen Menschenzunft des Spaniolen mit Leib und Seele an!" versichert das Affengesicht.
"Was hat der Spaniol von Zukunft oder Kuhzunft oder Vernunft und Recht, Polizeistaat und Budget geredet?" gähnt das schlaftrunkene Murmelthier. Alle lachen laut auf, der Stoffel will schier ersticken, der Indianer aber schreit:
"Spaniol, das Murmelthier ist ein Politischer, ein Wunderthier, ein Invalide der großen Armee, von der du gesprochen; seine Frage ist einer neuen Rede werth, hast du keine mehr im Sack?"
"Scherz bei Seite, Indianer, ich habe noch etwas Wichtiges vergessen. Soll ich es jetzt oder morgen nachholen? Es dauert nicht lange!" läßt sich der redselige Spaniol vernehmen.