"Jetzt!—Gleich!—Wir hören!—En avant!—Stille!" schreien die Gefangenen, der Spaniol räuspert sich wiederum und spricht nach kurzem Besinnen:

"Vor Allem verwahre ich mich dagegen, daß unser Murmelthier etwas Besseres oder Schlechteres sei als wir, weil er im Verdachte steht, kein gemeines, sondern ein politisches Vergehen begangen zu haben. Das Reich des reinen Menschenthums kennt gar keine Verbrechen, die Vernunft des reinen Menschenthumes macht keinen wesentlichen Unterschied zwischen gemeinen und politischen Verbrechern. Ein politischer Verbrecher greift das Staatsoberhaupt oder den Staat als Ganzes an, der gemeine dagegen einzelne Mitglieder des Staates und damit ebenfalls den Staat und beide Arten von Verbrechern kämpfen für Eine große Sache lediglich auf verschiedene Weisen."

"Was sehr Viele thun, gilt als kein Verbrechen mehr, ist allgemeine Gewohnheit, wird Sitte, Gesetz und weil sehr Viele den Muth besitzen, politische Körper zerstören zu helfen, dagegen verhältnißmäßig Wenige den Muth, auf eigene Faust die Menschheit an einzelnen Mitgliedern des verkehrten Staatswesens zu rächen, lassen sich die kleinen Unterschiede zwischen politischen und gemeinen Verbrechern nur so lange halten, bis die Vielen in den Wenigen ihre gleichberechtigten Brüder erkennen und die Verdoppelung der Waffen im Kampfe gegen den alten Staat und die alte Menschheit als Notwendigkeit erkennen.

Bisher hat der Staat gemeine Verbrechen gegen Einzelne begangen und dieses Verfahren Gesetzmäßigkeit getauft, im Wachsen der revolutionären Bewegung werden die Einzelnen gemeine Verbrechen gegen den Staat begehen, gemeine Verbrecher bei Ausübung ihrer Thaten die politische Farbe des Anzugreifenden mehr und mehr berücksichtigen."

"Gerade weil erkannt werden wird, der Staat oder die politischen Gegner seien in Einzelnen ihrer Anhänger auch angegriffen, wird ein constitutioneller Spitzbube keinen liberalen Bourgeois bestehlen, ein demokratischer Straßenräuber vor Allem Leib, Leben und Eigenthum der Aristokraten beschädigen und mit jeder für ihn vortheilhaften Unternehmung zugleich der aristokratischen Parthei einen Schlag zu versetzen suchen!"

"Derartige Erscheinungen sind die Morgenstrahlen der großen Zukunft!"

"Ihr werdet nun einsehen, daß kein Bewohner dieses Hauses schlechter sei als unser dicker Trompeter, dieser ist nicht besser als wir, sondern uns Allen gleich."

"Ein Betrüger, welcher unter der Firma des Gesetzes seine Geschäftchen macht, das Gebildetere vor Allem verstehen, ein Wilderer, der nichts davon weiß, daß wilde Thiere Zettel auf die Welt bringen, auf denen der Name ihres Eigentümers steht, ein Falschmünzer, welcher nicht absieht, weßhalb nur die Reichsten Geld schlagen dürfen, diese Leute bilden bis zur Stunde die Mittler zwischen politischen und gemeinen Verbrechern."

"Gemeine Verbrecher, welch unsinniger Ausdruck! ... Hieße man sie Privatverbrecher, dann wäre der Ausdruck sachgemäßer, obwohl noch immer unsinnig, weil es keine Privatmenschen gibt, welche nicht auch zugleich Staatsmenschen wären. Jeder lebt und handelt im Allgemeinen und für oder gegen den Vortheil des Allgemeinen, wenn er sich auch lediglich um seine eigene Person bekümmert."

"Die Verbrecher aller Zeiten und Arten bildeten die unverwüstliche Armee der großen Zukunft, sind Streiter, Helden und bisher meist die Märtyrer der geknechteten Menschheit."