"Wer in Noth geräth, fordert sein Ureigenthum zurück und begeht gegenwärtig Verbrechen gegen das Eigenthum. Wer von einem andern angegriffen und in seinen heiligsten Rechten gekränkt wird, weist den Angriff ab, so gut er kann und spazirt wegen Mord, Todtschlag und dergleichen Früchten der elenden gesellschaftlichen Zustände ins Zuchthaus. Wer sein Grundrecht als Gattungsmensch etwa so gerne ausübt, wie unser Affengesicht, kann wegen Nothzucht ins Unglück hinein gerathen. Wer kein Geld hat, um ein Feuerwerk abbrennen zu sehen, zündet seine Hütte oder die eines Andern an und erhält die schreckliche Strafe eines Brandstifters oder Mordbrenners!"—

"Brüder, das Herz blutet mir, wenn ich die zahllosen Opfer bedenke, die jährlich für Aufrechthalten der Knechtschaft des Volkes leiden und bluten müssen, aber das Herz hüpft mir vor Wonne, wenn ich sehe, wie alle Gesetze und alle Strenge die Armee der großen Zukunft eher reicher an Rekruten, als ärmer an Soldaten gemacht haben und täglich mehr machen."

"Sie führt einen tausendjährigen Krieg gegen Unordnung und Verkehrtheit unserer Zustände, der Friede auf Erden ist bisher stets ein Scheinfriede gewesen, niemals haben die Unterdrückten aufgehört gegen ihre Unterdrücker zu kämpfen und wie unverwüstlich, wie wunderbar ist diese Armee!"

"Sie ist überall und nirgends, jeder einzelne Soldat schleudert der verderbten Gesellschaft seine Kriegserklärung entgegen, kämpft auf eigene Faust oder mit wenigen Andern; gegen jeden Einzelnen muß die Gesellschaft einen langweiligen, formenreichen, kostspieligen Krieg mit Feder und Stock, Gefängniß und Schwerdt führen! Die Streiter der großen Zukunft beschädigten und zerfleischten bisher oft genug sich selbst, wurden für lange Zeit oder für immer entwaffnet und dennoch wächst ihre Zahl, als ob aus jedem Blutstropfen eines Gerichteten ein neuer Streiter erstünde!"

"In diesem Hause leben durchschnittlich 30 Gefangene, jede Woche gehen mehrere ab und zu, gar Mancher setzt den Krieg gegen die Gesellschaft auf erlaubte oder unerlaubte Weise fort und so ist dieses Haus für diese Gegend die Kaserne und das Werbdepot der großen Zukunft."

"Im kleinen Baden gibt es über 60 solcher Häuser, die großen Kasernen, nämlich die Strafanstalten, ungerechnet. In einer Strafanstalt mögen einige Hunderte Tag für Tag sitzen, Tag für Tag gehen Leute ab und zu und im Ganzen mag die Zahl der stehenden und rührigen Heeresabtheilung, welche dieses Ländchen der Armee der großen Zukunft liefert, wohl einige Tausende betragen, abgerechnet jene zahlreichen Streiter, welche die Gesellschaft mit nicht strafbaren Waffen angreifen."

"Wie bei uns, also ist's überall und große Länder, wie Preußen, Oesterreich, Frankreich, England und Rußland mögen wohl Tag für Tag eine ansehnliche Armee von 20,000 bis 100,000 Mann in Gefängnissen beherbergen und mit einer noch zahlreichern im unaufhörlichen, ermüdenden Kampfe sein!"

"Die Gesellschaft bietet die Arbeit vieler Menschen und ungeheure Summen zum Kampfe gegen die Verbrecher auf, zu einem ruhelosen und sieglosen Kampfe; was viele Staatsmänner im Straf- und Gefängnißwesen leisteten, hat bisher beim Volke noch wenig Anerkennung gefunden, es hat nur den Milderungen grausamer Gesetze und Verbesserungen der Lage der Gefangenen Beifall genickt, gleichsam als ob es fühle, der Krieg gegen Verbrecher sei ein Krieg gegen das Volk!"—

"Nur zwei Mittel gibt es, welche die Armee der großen Zukunft sichtbar schwächten, entnervten und verminderten: Vernichtung oder Verdummung der Verbrecher. Vernichten ist ein gewagtes Mittel und widerspricht dem Geiste des Jahrhunderts, Verdummung der Verbrecher, so daß dieselben für die alte Gesellschaft und deren Religion geködert werden, findet nur in Zellengefängnissen statt, doch glücklicherweise blind gegen den eigenen Vortheil erheben sich tausend gewichtige Stimmen und hundert schwere Anklagen gegen diese Strafart und wo sie noch aufkam, wurden Mißgriffe und Fehler der Vollstrecker sichtbar, die einsame Haft verpfuscht oder das Kind mit dem Bade ausgeschüttet!"—

"Denkt, daß von tausend Millionen Bewohnern dieser runden Maschine, welche Keinem und Jedem angehört, nur fünf Millionen in dieser Stunde mit uns durch Kerkergitter zum dunkeln Nachthimmel emporschauen und ihren Drängern fluchen oder im Kampfe mit der alten Gesellschaft begriffen sind und nun frage ich Euch, Brüder: Muß Einem das Herz nicht höher schlagen, wenn er dieser zerstreuten, aber furchtbaren Armee angehört? ... Muß nicht ewiger, unversöhnlicher Haß die Brust eines freien Mannes erfüllen beim Anblicke der zahllosen Opfer, welche täglich und zwar seit Jahrtausenden täglich dem Götzen Gesetz und dem großen Betrüger Wahn geopfert und geschlachtet werden? ... Thränen, Seufzer, Weheklagen und Blutbäche unterdrückter Millionen schreien vergeblich zum Himmel um Gerechtigkeit gegen eine Handvoll schlauer Unterdrücker, es gibt bisher noch keine Gerechtigkeit auf Erden, aber es soll und wird und muß Eine geben und ihr Spruch heißt: Tod den Unterdrückern, die noch leben, Haß und Fluch denen, die mit ihren Opfern Staub geworden!—Wäre Gott kein leerer Name und der Himmel kein Mährchen schlauer Bonzen, welche denselben von der Erde hinwegdekretirten, so müßte Gott ein Aristokrat und Tyrann erster Größe und sein Himmel nicht für das Volk eingerichtet sein, deßhalb Haß und Hohn Gott und Himmel!"—