"Brüder, Ihr hört, daß ich mich in Begeiferung hineinredete. Was ich in solchen Stunden schon oft gethan, thue ich jetzt wiederum und Ihr, meine Leidensgefährten, ihr verkannten und mißhandelten Söhne des Volkes, Ihr werdet meinem Beispiele folgen, und mit mir schwören, feierlich schwören heißen, unversöhnlichen Haß aller—."

Der Einäugige lacht in diesem Augenblicke unbändig auf.

"Weßhalb lachen, Du altes Märzenkalb?" fragt der Zuckerhannes mit einer Stimme, welche verräth, daß er vor Rührung dem Weinen sehr nahe gestanden.

"Ho s' ist auch zum Lachen!" brummt der Indianer und lacht dann ebenfalls.

"Die Millionenkränk sollst Du kriegen, Spaniol!" schreit der alte Paul und lacht von ganzem Herzen, der Indianer folgt dem Beispiele desselben.

"Mon Dieu, was ist denn zu lachen? ... Hat der Schlosser wiederum einen Streich gemacht? ... Bin ich Schuld? Ich wüßte nicht!" sagt der Spaniol kleinlaut und ärgerlich.

"Ja, Du bist Schuld mit Deiner Fopperei! ... Wie kann denn Einer einen Eid ablegen, der weder an Gott noch an den Teufel glaubt? ... Meinst Du, wir seien so vernagelt, um schon wieder vergessen zu haben, wie oft Du sagtest, jeder Eid sei ein Unsinn, weil es keine ewige Strafe und keine Hölle gebe? —Was soll denn Einen vom Meineid abhalten, wenn der Meineid ihm Vortheil bringt und keine Strafe weder da noch dort?" fragt der Indianer.

"Ich glaube an keinen andern Gott als an die Menschheit, welche durch ihr Denken die Gottesbegriffe ja erst allmählig hervorbrachte und finde Himmel oder Hölle allein in der Brust der Menschen. Doch schwören kann ich so gut als ein Anderer, blos daß ich statt bei Gott bei meiner Ehre schwöre!" ruft der Spaniol unwillig.

"Mußt zuerst beweisen, daß Du Ehre im Leib hast!" schreit der Stoffel.

"Jedenfalls mehr als Du, einäugiger Spitzbube!" erwiedert der empörte Zimmerkommandant.