"Nein, du bist nicht verachtet, Alle haben Mitleid mit dir und von dem, was deine Mutter der Margareth, gesagt hat, wissen nur wir vier: ich, das Besele, die Marzell' und die Margareth! Wir haben nirgends ein Wörtlein gesagt und werden keines sagen, du weißt, daß wir dir treu sind!"

"Aber die Margareth?"

"Auch sie vergißt dir Alles und ist nicht mehr böse, wenn du jetzt folgen willst! ... Sie ist die ganze Zeit nicht aus dem Hause gekommen, hat nur geweint und wenn du noch jetzt zu ihr gehst, wird sie dir das Nämliche sagen, wie ich!"

Verzweiflungsvoll starrt der Benedict zu Boden und schweigt, die Susanne bittet noch einmal, Besserung zu versprechen und ermahnt ihn jetzt heimzugehen und wieder redlich zu werden, sie wolle immer für ihn beten.

"Susanne, ich will dir folgen, will heute Nacht noch heimgehen und meine Leute um Verzeihung bitten, aber—es nützt nichts, es ist zu spät! ... Gott behüte dich liebe Freundin!"

Verzweiflungsvoll schaut der Benedict zum sternenreichen Nachthimmel empor, wischt zwei große Thränen ab und geht, geht jedoch nicht heim, sondern zuerst vor das Kammerfensterlein des Besele, dann vor das der Marzell, hört bei Beiden dasselbe, was die Susanne gesagt und pöpperlet mit bangem klopfenden Herzen endlich noch bei der Margareth an.

Diese benimmt sich ganz so, wie ihre besten Freundinnen es vorausgesagt haben, versöhnt sich mit ihm und schließt ihre Predigt also:

"Wie oft, wie oft, Benedict, hat das schneeweiße Bäbele selig von dir gesagt, es sei nicht alles Gold, was glänze! ... Sei aber fortan jetzt brav und redlich, ich bitte dich um Gotteswillen, Allerliebster! ... Denk´ jetzt an unsern Herrgott, bete und arbeite, wie dein Vater, der brave Jacob sagt und thut! ... Laß solche Sachen bleiben, dadurch wird kein Mensch glücklich, wie du ja selbst schon oft gesagt hast!"

Schon bricht der Tag an, die Schwalben zwitschern, es ist Zeit, den Marktkorb endlich zu holen, er geht heim, Vater und Mutter sprechen mit ihm, als ob gar nichts vorgefallen wäre, Benedicts Entschluß zur Besserung steht fest, ist aufrichtig, aber—zu spät!

Drei Tage früher und der Duckmäuser hätte wohl den armen, stets verachteten, ungeliebten und durch die Lieblosigkeit der Menschen zumeist verderbten Zuckerhannes niemals kennen lernen!