Herr Pfarr', es war nicht wohlgetan,
vom rheinischen Land zu scheiden,
man trifft halt doch kein zweites an,
so weit man auch mag reiten.

Bis hundert Stunden hinter Lyon
bin ich ins Frankreich kommen,
manch gutes Frühstück von Austern und Sekt
hab' ich zu mir genommen.

Ich hab' zu Marseille im Café Türk
unter Heiden und Mohren gesessen,
ich hab' am Pyrenäengebirg
Lauch und Garbanzos gegessen.

Noch saust der Kopf mir, wenn ich gedenk
der Seealpenmaid Filumene:
Zigeunerbraun Antlitz, kohlschwarzkraus Haar,
wie Elfenbein glänzend die Zähne.

Doch verpecht und verschwefelt ist alles Land
ohne Freunde und Lieder der Liebe;
vom Fieber geschüttelt und abgebrannt
kehr ich heim aus dem fremden Getriebe.«

Der Pfarr' von Assmannshausen sprach:
»Wohlauf, bußfertige Seele,
mit unserm altheiligen Purpurwein
salbe Dir Lippen und Kehle.

Zu demselbigen Wein drei Tag, drei Nacht
im dunkelen Keller Dich schließe
und halt bei den Fässern trinkend Wacht,
daß Gnade sich über Dich gieße.

In Krone und Anker ergib Dich sodann
den geistlichen Uebungen fleißig,
und erst bei des nächtlichen Wächters Nahn
dem Chorgesange entreiß Dich.

Dann wird der Himmel ein Zeichen tun,
er läßt keinen Büßer verderben:
Ein lichtes Weingrün, ein dunkles Rot
wird Nase und Stirn Dir färben.

Und prangt Dein Gesicht in solchem Ton,
dann wird Dein Trübsinn sich hellen,
dann magst Du, o lang verlorener Sohn,
den alten Freunden Dich stellen.