Wir sind die Alten; noch klingen beim Wein
die Lieder von damals zu Berge,
vom »Spatzen« und vom »Stieglitz fein«
und der »sommerverkündenden Lerche«.
Wir sind die Alten, wir haben Dich gern;
laß das Herz nicht von Kummer umnachten:
Und hätt'st Du noch ärger geschwärmt in der Fern',
ein Kalb auch würden wir schlachten.«
Da seufzte der Pilgram mit Tränen im Aug':
»O Pfarr' von Assmannshausen,
wie Ihr, gottwohlgefälliger Mann,
sprach keiner mit mir da draußen.
Nun stoß' ich meinen dürren Stab
in diese geweihte Erde,
daß er in neuem Blatt und Laub
ein Schattendach mir werde.
Nun ströme, du rheinisch Traubenblut,
du Hort unsäglicher Gnaden;
in deiner verjüngenden Feuerflut
will ich gesund mich baden.«
Asphalt
Bestreuet die Häupter mit Asche,
verhaltet die Nasen Euch bang,
heut gibt's bei trübfließender Flasche
einen bituminösen Gesang.
– Schwül strahlet die Sonne der Wüste,
am toten Meere macht's warm;
ein Derwisch spaziert an der Küste,
eine Maid aus Engeddi am Arm.