In den Alpen

Heia, das Schneegebirg ha'n wir erklommen,
schau'n in der Täler vielfurchig Gewind …
Schweben wie Adler, von Aether umschwommen,
über den Wolken und über dem Wind.

Hier blitzt ein Städtlein und dort ein Gefilde,
dort eines Stromes sich schlängelnder Lauf,
dort auch ein See, wie ein Menschenaug' milde,
aus der vernebelten Ferne herauf.

Flüchtig nur winkt es und flüchtig versinkt es
in das umflorende Dunstmeer zurück …
So ist das Leben – sternschnuppig, kaum blinkt es …
So ist die Minne, die Hoffnung, das Glück.

Wir aber lagern am prasselnden Herde,
wärmen den Leichnam und strecken ihn aus …
Fragen nicht mehr nach der Erde Beschwerde,
füllen mit Jubel das winzige Haus.

Hochlandluft zehret, doch Rebensaft nähret,
heia, wer reicht mir das Trinkhorn geschwind?
… Dreifacher Durst ist dem Sänger bescheret
über den Wolken und über dem Wind.


Die Maulbronner Fuge