Dem aufgehenden Mond
Heute schwirren Schelmenlieder,
niemand bleibt verschont:
Ja, woher denn du schon wieder,
bleicher Pilgram Mond?
Kaum ist uns die Sonn' entschwunden
im verschilften Rohr,
reckst du schon am Bergwald drunten
dein Gesicht empor.
Willst du deinen Treuen helfen?
Heia, strahl nur zu!
Schwärmern, Minnern, Füchsen, Wölfen,
giltst als Sonne du!
Und wir brauchen Kraft zum Trinken
und noch viel – viel Wein …
Laß dem Wirt als Zahlung blinken
deinen Silberschein.
Füll der Nönnlein Zellen drüben
mit sehnsücht'gem Glanz …
Melde: bei den Linden hüben
tost der Ringeltanz!
Strebst du aber, uns zu tauchen
in geheimes Weh,
Mond, dann bist du nicht zu brauchen,
lösch dein Licht und geh.
Geh mit deinem zarten Flittern
nach der Seufzer Land …
Schwermutbleich im Knie zu zittern,
sind wir nicht imstand.