Die Herberge am See
Dich feiern die freudigsten Lieder,
Taberne zum lachenden Hecht,
sind auch deine Hallen nur nieder,
uns Fahrenden sind sie gerecht.
Hier trink' ich bekümmersnisledig
Lenzlüfte und sonnigen Schein,
und wär' ich der Fürst von Venedig,
mir könnt' nicht wohliger sein.
Eine enge Dachkemenate
herbergt mich als Dogenpalast,
und eine bretterne Lade
mein Hab' und Besitztum umfaßt.
Ein Bänklein im Schatten der Linde
ist mein heiliger Markusplatz,
dort spielen die Fischerkinde
mit der scheckigen Klosterkatz'.
Mir lagert als Kreuzzugsgaleere
ein Einbaum im Arsenal,
den steur' ich in friedliche Meere
als mein eigner Admiral.
Ein Schaumtrunk braunrötlichen Bieres
erquickt mich statt kyprischem Wein …
Wen lustet des Malvasieres,
wo Malz und Hopfen noch rein?
So horst' ich, von Frühlingsgnaden
ein glücklicher Meermann, allhier;
hoch weht ob den weißen Gestaden
der fahrenden Schüler Panier.
Nicht neid' ich der Welt ihre Wonnen,
noch allen neunfarbigen Dunst:
Still liegen und einsam sich sonnen,
ist auch eine tapfere Kunst.