Frau von Seeheim sah gütig auf das junge Paar, »wie gern, wie gern will ich helfen!«
»Du bleibst hier bei uns,« rief Hans-Heinrich, »werde ein Landmann, wie ich, damit auch wir zusammen bleiben können!«
»Ja,« sagte Walter froh, »ich will es gern, ich habe das Gefühl, als könnte ich gar nicht Freiheit, Luft und Sonnenschein genug bekommen, nach den dunkeln Jahren!«
»Nun, und eine Scholle für den künftigen Landwirt soll sich schon finden,« sagte der Freiherr, »vorerst komm zu mir, mein Junge, und lerne bei mir, willst du?«
Walter Flemming schlug fröhlich in die dargereichte Hand, und nun begann ein frohes Planen und Sprechen von künftigen Tagen.
Die Kerzen waren inzwischen niedergebrannt, und Luise löschte die schwelenden Dochte, aber die Helle des neuen Tages breitete sich schon im Zimmer aus. Der Osten flammte im tiefen Rot, vom Dorf her klang das Krähen eines Hahnes, der den Morgen ankündete, und in den Zweigen der alten Linde, die vor dem Hause stand, huben die Vögel zu zwitschern an. Der Morgenwind strich leise über die Blumen im Garten und nahm ihren süßen Duft und trug ihn durch das offene Fenster hinein zu den Menschen, die da in stiller Glückseligkeit beieinander saßen.
»Die Sonne geht auf,« sagte Pfarrer Flemming, »ein neuer Tag bricht an und wir wollen unsern lieben Herrgott bitten, daß es für uns ein Tag werde voll fröhlicher Hoffnung, voll treuer Arbeit in stillem Frieden!«