»Laß se doch, die tun doch nischt,« schrieen Jakob und Schnipfelbauers Fritz empört.
Aber der schwarze Herr kümmerte sich gar nicht darum, er schalt immer weiter, immer heftiger auf die Kasperle. Das wurde dem dicken Friede zu toll, er nahm einen Apfel, den er in der Tasche hatte, und warf ihn höchst geschickt dem schwarzen Herrn an den Rücken. Dabei kreischte er zornig: »Die haben nischt genommen, ich hab's doch gesehn!«
»Nicht wahr?« Der erste Clown trat an die Rampe und sah zu den Oberheudorfern hinauf. »Du bist aber gut, daß du mir hilfst!«
Der dicke Friede wurde klatschmohnrot vor Freude über das Lob, er reckte sich ordentlich und schrie: »Verhau den schwarzen Herrn, der ist eklig!«
Schwupp lief das Kasperle zu dem schwarzen Herrn hin; es legte den Kopf auf die Seite und sagte mit dünner Stimme: »Erlaubst du es mir, daß ich dich verhaue?«
»Der ist aber dumm, der fragt erst,« riefen ein paar Buben, und sie fanden es höchst begreiflich, als der schwarze Herr sagte: »Nein, ich erlaube es nicht, mach daß du fortkommst.«
In diesem Augenblick drehte sich eins der Pferde um und fuhr mit seinem Maul in des Clowns Hosentasche. Der schrie laut auf und flüchtete, hopps, sprang er über die Bänke, sauste über die Köpfe hinweg und platsch – saß er mitten zwischen den Oberheudorfer Buben und Mädeln. Die kreischten wie besessen. Ein paar Mädel flüchteten unter die Bänke, der dicke Friede schnappte wie ein Fisch nach Luft, und der ganze Zirkus bebte von dem Gelächter der Zuschauer.
Aber – trapp, trapp, trapp – kam das Pferd die Treppe herauf. Wutsch, kroch der Clown hinter Krämers Trude und Schulzens Röse her unter die Bank und jammerte: »Der war's, der war's!« Dabei zeigte er auf den völlig sprachlosen Friede.
Und da – – laut gellte das Angstrufen der Kinder durch den Zirkus –, das Pferd packte den dicken Friede am Hosenboden und trug ihn davon.
»Es frißt ihn, es frißt ihn, es macht ihn tot! Halt, halt! huhuhuhu!«