»Aber Füchslein,« rief Jobst lachend, »bei einem Schneesturm war es doch.«
»Ach ja, das meine ich doch auch,« sagte Marianne verlegen. Sie redete nämlich mitunter wirklich so geschwind, daß etwas anderes herauskam, als sie sagen wollte.
Der Organist hatte es aber doch verstanden, und just am Fuße der Treppe, so daß Ulli die Antwort hören konnte, erwiderte er freundlich: »Ich weiß schon, was du meinst, Mädel. Ja, das ist der Junge, der einmal, um Medizin für seine kranke Pflegemutter zu holen, den weiten Weg von Oberheudorf bis hierher gelaufen ist; er wäre ja damals beinahe im Schnee umgekommen!«
»Und was will er hier, warum kommt er her?« rief das Füchslein und hielt den alten Mann fest, der gerade den riesigen Schlüssel in das Schloß der Kirchtüre stecken wollte.
»Lernen soll er hier, auf das Gymnasium gehen.«
»Ein Junge aus 'nem Dorf auf das Gymnasium?« schrie Jobst und sah so hochmütig drein, als wäre Gymnasiastsein die höchste Würde.
»Warum nicht, wenn er gut lernt?« Vater Wunderlich schaute Jobst von Hellfeld mit seinen klaren, guten Augen ernst an. »Dieser Friede, der zu mir kommt, ist ein armer Waisenjunge, und wenn man den auf das Gymnasium schickt, muß er doch schon ein besonders fleißiger Bube sein!«
»Ich bin schrecklich neugierig auf ihn,« versicherte das Füchslein eifrig, »o so neugierig! Wann kommt er denn, und wie heißt er weiter, und warum kommt er gerade zu dir, Vater Wunderlich, und wie sieht er aus?«