»Warum stöhnste denn?« forschte Annchen Amsee.
»Ich mag nich verreisen,« brummte Friede.
»Komm nur, Dicker,« redete Anton Friedlich zu, dem es allein zu langweilig war. »Komm, wir gehen nach Schwipperlingen.«
»Fein, nach Schwipperlingen!« riefen alle, und Heine Peterle sagte: »Na, dann möchte Schuster Pechdraht aber staunen, puh! Viel Vergnügen in Schwipperlingen!«
Lachend trennten sich die Kinder, und der dicke Friede sah den Zurückbleibenden noch ein Weilchen sehnsüchtig nach. Er hatte wirklich keine große Lust, die Muhme zu besuchen.
»Nach Schwipperlingen gingste wohl lieber?« fragte Anton neckend.
»Freilich, gleich,« knurrte Friede.
Anton Friedlich blieb stehen. Lust zu dummen Streichen hatte er allemal, und plötzlich erschien es ihm sehr lustig, sehr verlockend, nach Schwipperlingen zu gehen. Warum eigentlich nicht? Wenn er nicht kam, würde sich die Muhme nicht sorgen, denn sie wußte nichts von dem Besuch. Und daheim dachten sie, er sei im Forsthaus. »Du, Dicker,« sagte er atemlos vor Aufregung, »komm, wir beide gehen jetzt nach Schwipperlingen!«
Der dicke Friede blieb stehen und sah den Vetter verdutzt an. Meinte der es ernst? Aber Anton meinte es wirklich ernst. »Komm,« drängte er, »erst gehen wir nach Schwipperlingen und morgen früh zur Muhme. Du, dann sind wir zuerst in Schwipperlingen gewesen. Paß auf, dort ist's gar noch feiner als in Feldburg!«
Friede seufzte und dachte nach. »Hm – aber wenn wir Hunger kriegen!«