Innen schwatzte, lachte, polterte und lärmte es inzwischen ruhig weiter. Allmählich aber wurde es still und stiller, zuletzt schwieg alles. »Hei, nun möchten sie raus,« dachte der Nachtwächter. »Bleibt nur drinnen, ihr Mäuslein; ich erwische euch schon.« Er rauchte, betrachtete sich die Gegend und freute sich, daß er so ausnehmend klug war. Auf einmal ertönte vom Waldrand her ein lautes Geschrei. »Man sollte doch meinen, die Kinder wären's, wenn die nicht in der Scheune säßen,« dachte er und zündete sich eine neue Pfeife an.

Von Zeit zu Zeit lauschte er. In der Scheune blieb alles still. Aber aus der Ferne erklang immer wieder Lärm und Geschrei. »'s muß rein das Echo sein,« brummelte Hans Rumpf und zog sein Vesperbrot aus der Tasche, schmauste und rief dazwischen: »Na, ihr Mäuslein, wie gefällt's euch denn da drinnen?«

Keine Antwort kam aus der Scheune. Alles blieb still wie zuvor. Doch jetzt wurde es im Dorfe laut. Von den Feldern kamen die Männer heim, der Hirte trieb die Herde in das Dorf zurück, und die Abendglocke begann leise zu tönen und zu singen. Rufe erschallten vom Dorfe her, lauter und lauter erklangen sie, die Kinder wurden zum Abendessen gerufen. Endlich kamen ein paar Frauen angelaufen. »Hans Rumpf, hast du nicht unsere Buben und unsere Mädel gesehen?«

»Freilich, freilich!« Hans Rumpf nickte und lachte. Er deutete mit dem Pfeifenkopf auf die Scheune und sagte: »Da drinnen, alle sind drin. Sie haben 'ne Dummheit gemacht und trauen sich nicht raus!«

»Lieber Himmel, was das Kindervolk auch immer anstellt!« rief die Schulzenfrau. »Und sicher haben sie mir dazu wieder ein Bettuch von der Leine genommen; es fehlt eins.«

»Freilich, freilich, jedes hat'n Paket gehabt.« Hans Rumpf sah ordentlich stolz aus.

»Nä, aber so was! Fritze, komm 'raus! Je, der Bube hat am Ende gar der Kathrine ihren roten Rock, um den die den ganzen Nachmittag heult,« schrie die Schnipfelbäuerin.