„I nä, auf einmal! Ihr habt wohl Heimweh?“

„Noi, ich hab’ net Heimweh,“ klagte Mathes, „aber ich möcht’ heim.“

„Ich will auch heim!“

„Also habt ihr doch Heimweh! Ja, aber warum haut ihr euch denn?“ Hulda schüttelte immerzu den Kopf. „Das soll nun jemand begreifen!“

Sie begriff es nicht, und die Sternbübles begriffen auch nicht, was da so in ihren Herzen zwickte und zwackte, sie unfroh machte; sie sagten nur immerzu: „Wir haben net Heimweh!“

„Ach was, papperlapapp! Natürlich habt ihr Heimweh!“ Hulda sah sich nachdenklich im Zimmer um. „Wißt ihr was?“ rief sie plötzlich und holte aus dem Schrank die bunten Briefbogen heraus. „Darauf schreibt ihr wieder an eure Mutter und an Gundel und an alle eure Freunde.“

Schreiben! Mathes dehnte das Wort ganz lang, sehr viel Lust hatte er nicht. Doch Hulda wußte gut zuzureden, und so entschlossen sich die Buben wirklich, Briefles zu schreiben.

Hulda räumte noch selbst den Tisch ab, stellte alles zurecht, ermahnte die Buben, mit den Tintenklecksen sparsam zu sein, und dann ging sie. Unterwegs dachte sie: Bin neugierig, ob sie mich nun wieder ekliger Affe nennen!

Doch diesmal kam Hulda in den Briefen sehr gut weg. Vielerlei stand in den Schreiben: von der Messe, dem Zoologischen Garten, vom Zigeuner, von Annedore und der Konditorei. Eva, die den beiden selbst ihr Vesper brachte, war froh, sie so gut beschäftigt zu finden. Sie versprach ihnen: „Wenn der Onkel fort ist, spielen wir noch Lotto zusammen.“

Draußen rann und rauschte der Regen unablässig nieder. Der Tag erlosch frühe. Der Onkel ging, und er verlangte sogar beim Abschied, noch die Buben zu sehen. Hinterher tat es ihm doch leid, daß er sie verjagt hatte, und er lud sie sogar ein, sie sollten ihn besuchen. Er erhielt freilich keine Antwort. Denn wenn ein Kirchturm gekommen wäre und gesagt hätte: „Wir wollen zusammen Haschen spielen,“ verwunderter hätten die Sternbuben nicht sein können. Da brummte Herr Brummerjan: „Kleinstädter sind’s, man merkt es!“