Hulda machte Siebenmeilenschritte, Mathes konnte nicht trommeln, Peter nicht blasen, und sehr mißvergnügt stiegen beide in den Bahnwagen. Der bunte, lustige Platz lag noch im lichten Tagesschein, die Musik dudelte herüber, und die Buben dachten niedergeschlagen an alles, was sie hatten sehen sollen und nun nicht gesehen hatten. Rrrr! rasselten sie davon, der Meßgang war vorbei.

Bum! tönte es. Alle Leute im Wagen sahen verwundert auf, und ein junges Mädchen rief erschrocken: „Aber man stellt doch auch nicht eine Trommel auf den Sitz!“

Beim Anfahren hatte es einen Ruck gegeben, und das junge Mädchen hatte sich auf die Trommel gesetzt.

Mathes wollte ein großes Klagegeschrei erheben, aber Hulda sagte: „Sei nur still, in Leipzig gibt’s noch mehr Trommeln, und zum Vergnügen hat sich das Fräulein ja nicht hineingesetzt.“

„Nein, wirklich nicht!“ Das junge Mädchen war so rot geworden wie der Trommelrand, und als in der Ecke ein Platz frei wurde, lief es rasch hinüber und warf von da aus bitterböse Blicke auf Mathes. Dazu sagte auch noch eine alte Dame laut: „Ich finde es recht überflüssig, Kindern solche Marterwerkzeuge zu kaufen; sie quälen damit nur ihre Umgebung. Ich würde das nie tun; man müßte so etwas verbieten.“ Streng sah sie zu den Buben hin.

„Na, ’ne Trommel geht noch, aber ’ne Trompete!“ brummte aus einer Ecke heraus ein Herr. Er hatte eine Brille auf, und Peter meinte, hinter der ein paar Augen zornig funkeln zu sehen.

Erschrocken preßte er seine Trompete fest an sich, und da lachte jemand, und es war wirklich der Herr in der Ecke. „Der hat nur Spaß gemacht!“ tuschelte Mathes Peter zu.

„Er freut sich über das Trompetle,“ tuschelte Peter zurück. „Weißt du was?“

„Na, was denn?“

„Ich blas ihm was vor.“