Nun kam alles heraus.

„Die dürfen net reisen!“ rief Mina entrüstet. „Das schöne, bunte Täschle haben sie verschleppt und ’s Köfferle von ihrem Großvater dazu. Die müssen daheimbleiben.“

Ganz so streng sprach die Mutter nicht, aber sie redete auch von Zuhausebleiben, wenn die Buben in den nächsten Tagen noch ein Dummheitle machten.

„Dann müssen die gerade alle sieben Tage im Bett bleiben,“ schalt Mina. „Frau Hinz, lassen sie die net reisen, die stellen ganz Leipzig auf den Kopf, zwei solche Unnützle, wie die sind.“

Mathes und Peter gelobten wieder einmal der Mutter reumütig, sie würden schrecklich brav sein, und kein Bube legte sich in Breitenwert an diesem Abend mit besseren Vorsätzen in das Bett, als es Mathes und Peter Hinz taten. Lobstriche wollten sie noch in der Schule bekommen, sich nicht einmal mehr die Hösle zerreißen, ganz wunderbar sollte es werden. Und dann schliefen sie ein und träumten seltsame Dinge: dem Peter fuhr eine Lokomotive ins Bett hinein, und das Bäckerfräulein war Lokomotivführer, und Mathes saß mit der bunten Reisetasche irgendwo mutterseelenallein in der Welt, und er schrie vor Angst laut nach der Mutter. Er schrie und schrie, bis er der Mutter Stimme hörte, die beruhigend an sein Ohr klang: „Buben, aufstehen, es ist Zeit!“

Hurra, wieder eine Nacht vorbei!

„In sechs Tagen reisen wir!“ schrieen die Buben.

„Wenn ihr brav seid und keine Dummheitles macht,“ sagte Mina von der Türe her.

„Pah, wir sind nie —“

Mehr sagten die Buben nicht, sie steckten die Köpfe in die Waschschüsseln; Mina machte so ein sonderbares Gesicht, das war recht unbehaglich.