„Und wie seid ihr denn hierhergekommen? Was macht ihr denn in dem fremden Garten?“ Die kleine Braune sah aus, als wäre sie der Herr Schuldirektor und sollte eine Prüfung abhalten.
„Wir sind doch Besuch!“ Den Buben fing das Gefrage an unangenehm zu werden, außerdem kamen ihnen die Mädchen höchst wunderlich vor; so fein geputzt ging selbst Alette Amhag nicht auf der Löwengasse einher. Die beiden sahen aus wie die großen Wachspuppen, die sie gestern in einem Geschäft gesehen hatten.
„Besuch, bei wem denn?“
„Bei meiner Pate,“ bemerkte Mathes, „sie hat uns eingeladen.“
„Ist das Frau von Ringewald?“ Die Braune sah auf einmal sehr freundlich aus. „Die ist reich,“ flüsterte sie wichtig. „Aber wie heißt ihr denn?“
So ein Gefrage! Schon wollten die Buben davonlaufen, aber dann besannen sie sich und sagten ganz sittsam ihre Namen. Doch damit waren die Nachbarinnen noch immer nicht zufrieden, die wollten auch wissen, was ihr Vater wäre, und ob sie in einem feinen Hause wohnen.
Nun erschien der Silberne Stern in Breitenwert den Buben schon als ein Haus, von dem man erzählen kann, und sie erzählten unbefangen von der Heimat und merkten nicht, wie die fremden Mädel ihre Näslein immer höher reckten, just als käme von den Sternbuben her ein übles Gerüchlein.
„Ein Wirtshaus, puh!“ rief die Braune.
„Gasthausjungen seid ihr und zu Besuch bei Ringewalds? Wie komisch!“ Die Blonde kicherte spöttisch, und dann fragte sie hochmütig: „Dann werdet ihr wohl mal Kellner?“
Über das Wort brach die andere in ein lautes Lachen aus, und sie höhnte verächtlich: „Kellnerjungen, Kellnerjungen!“