Was zu viel ist, ist zu viel. Die Sternbübles waren zwar sehr harmlos und zutraulich, den bitterbösen Spott fühlten sie aber doch, und ein gewaltiger Zorn stieg in ihnen auf. Gribsch, grabsch! packte Mathes die Blonde an der rosa Schleife und Peter griff über das Gitter nach den Zöpfen der Braunen, und ehe es sich die beiden versahen, beutelten die Buben sie tüchtig hin und her.
Und Breitenwerter Bubenfäuste können schon zufassen. Den Mädeln wurde himmelangst, und sie schrieen ganz jämmerlich.
Es kam aber keine Hilfe. In Breitenwert hätte sich bei solchem Geschrei sicher schon da und dort ein Fenster aufgetan, hier sah niemand aus einem der vielen, vielen Fenster, die auf die kleinen Gärten hinaussahen. Doch Mathes und Peter wurde über dem Geschrei selbst Angst, und sie ließen ihre kleinen Feindinnen los. Die rannten davon, blieben in ihrem Garten in der Mitte stehen und schalten zornig hinüber: „Pfui, pfui, ihr frechen Kellnerjungen!“ Und dann begannen sie bitterlich zu weinen; es klang, als wäre ihnen das größte Unrecht geschehen. Sie kauerten am Boden nieder und schluchzten erbärmlich, und den Sternbuben wurde es selbst dabei ganz wind und weh zumute. So etwas konnten sie nicht vertragen.
„Flennt doch net so!“ riefen sie über das Gitter.
„Ihr — ihr — seid — so — so — grob!“ schluchzten die beiden.
„Und ihr habt uns geschimpft.“
„Es war doch nicht so schlimm!“
„Doch!“ schrieen die Sternbuben.
„Nein,“ schluchzten die Mädel, „ihr seid doch Wirtshausjungen.“
„Das ist was Feines!“ Mathes reckte und streckte sich, und plötzlich schrie er die Mädel an, als wären sie taub. „Bei uns hat schon mal ’n König gewohnt.“