Erst kam Mathes und Peter das Durchbrennen ungemein spaßig vor, aber als Herta weiter erzählte, daß Frau von Ringewald vor Kummer immer krank sei, wurde ihnen die Sache bedenklich. Auch erschien es ihnen unmöglich, daß Fräulein Evas Bruder ausreißen sollte, und Peter schüttelte heftig seinen Kopf und rief: „Noi, das ist net wahr, ich glaub’s net.“
„Ich auch net,“ schrie Mathes, „ihr flunkert.“
Herta und Irene waren über diesen Widerspruch so verdutzt, daß ihnen wirklich die Mäulchen stillestanden; ein paar Sekunden wußten sie kein Wörtlein zu sagen, dann rief endlich Herta: „Es ist aber doch wahr!“
„Noi, wir glauben’s net.“
„Aber doch, fragt doch Hulda danach!“
Doch davon wollten die Buben nichts wissen, und eine Weile stritten sie sich alle vier hin und her, die Mädel schrieen laut, die Buben noch lauter, und vielleicht wäre noch eine schlimme Geschichte draus geworden, gar wieder eine Haarrauferei, wenn nicht ein sehr zierlich gekleidetes Dienstmädchen erschienen wäre, um Herta zu holen. „Aber Herta!“ rief dieses entsetzt. „Was sind denn das für Jungen, die sind wohl von der Straße?“
Die Sternbübles sahen zwar ein bißchen beschmutzt aus, denn sie waren als Räuber auf der Erde herumgekrochen, so wüst aber doch nicht, wie das Mädchen tat, und sie sahen darum auch gleich ganz bitterböse drein.
Nun hatten sich Mädel und Buben zwar eben noch tüchtig gestritten, und Herta besonders war sehr wütend auf die widerborstigen Bübles gewesen, doch in diesem Augenblick dachte sie an ihr schönes Spielen zusammen, und sie rief gekränkt: „Das sind meine Freunde, Frieda! Und die sind furchtbar vornehm, die wohnen im Silbernen Stern, und morgen spielen wir wieder zusammen, nicht wahr?“
Mathes und Peter nickten eifrig. „Wir klettern wieder über das Gitterle,“ sagte Mathes, „und vielleicht spielen wir Indianer; da müßt ihr euch aber ein bissele anstreichen und die Haare aufmachen.“
„Um Himmelswillen!“ schrie Frieda. „Das ist ja gräßlich!“