Denen gefiel das ganz gut. An den Wänden des hübschen Zimmers hingen allerlei Bilder, die sahen sie sich an, und als sie fertig waren, gingen sie in das Nebenzimmer, von da auf den Flur, und auf einmal standen sie an einer kleinen Treppe, die abwärts führte. Von da herauf war Hulda manchmal gekommen, also mußte es da unten auch noch Räume geben. Entdeckungsreisen liebten sie beide sehr, und sie stiegen darum hurtig die Treppe hinab und fanden es unten wie oben. Auf einen kleinen Flur mündeten verschiedene Türen, und aus einer, die nur angelehnt war, zog den beiden ein Düftlein entgegen wie von frischem Kuchen. Und dieses Düftlein glich einer Angelschnur, es zog und zog, und auf einmal standen Mathes und Peter in der Küche und waren selbst höchst verwundert darüber.

Noch mehr war es Hulda, die gerade ein Blech voll kleiner goldgelber Kuchen aus dem Ofen zog. „Hm,“ brummte sie, „was wollt denn ihr hier?“

Das wußten die Buben nun selbst nicht.

„Die Jungen kommen,“ rief Ida, die auch in der Küche war, „weil Sie immer so schrecklich freundlich sind und nie nich schimpfen.“

Das ärgerte Hulda und sie knurrte: „Quitschquatsch, ich bin auch freundlich, sehr sogar, und wenn die Jungen mich besuchen wollen, ist mir’s allemal recht. Kommt rein!“ schrie sie Mathes und Peter an, als wollte sie die verschlingen.

Die Buben zögerten. Diese Einladung klang doch nicht sehr verlockend, aber da schrie Hulda noch lauter: „Kommt rein, macht die Türe zu; es zieht mir die Kuchen zum Ofen raus. Ihr wollt wohl kosten?“

Das wollten die Buben schon, und sie kamen langsam näher. Weil Ida immer lachte, erschien ihnen Huldas Schreien nicht so schlimm zu sein. Und dann saßen sie plötzlich auf der Küchenbank, und zwischen ihnen stand ein Tellerchen voll Kuchen, und Hulda brummte: „Eßt, eßt, in so ’n Jungenmagen geht viel und noch was rein.“

„Na, Hulda, wie Sie aber nett zu Gästen sind!“ Ida lachte und lachte, die Sternbuben lachten auch, und Hulda grollte: „Gehen Sie man nach oben, wir hier unten unterhalten uns schon! Das sind jetzt meine Gäste. Nicht wahr, wir unterhalten uns?“ brüllte sie die Sternbübles an.

Die verschluckten sich beinahe vor Schreck, nickten nur mit den Köpfen, blieben aber doch sitzen, als Ida ging. Und es war sonderbar, ein paar Minuten später unterhielten sie sich wirklich höchst vergnügt mit Hulda, und zwar hatte eigentlich die Küche vom Silbernen Stern die Unterhaltung begonnen. Nach der fragte Hulda, die Buben antworteten, sie erzählten dies und das, und als Hulda sagte, der Silberne Stern möchte ihr schon gefallen, wurden Mathes und Peter sehr vergnügt und redelustig. Sie erzählten auch von ihrer Gartenbekanntschaft, was Herta und Irene gesagt hatten, und unversehens waren sie bei der Geschichte von dem ausgerissenen Bruder Fräulein Evas und wußten nicht wie.

„Herrje!“ schrie Hulda erschrocken. „Davon dürft ihr nie ein Sterbenswörtchen sagen. O du lieber Himmel, der Kummer!“ Sie vergaß ihren Kuchen im Ofen, hockte sich auf dem Kohlenkasten nieder und brach in ein bitterliches Schluchzen aus. „Der Junge, der Junge, wenn man an den denkt, bricht’s einem das Herz,“ klagte sie.