„Nein, du!“

So stritten sich die beiden und gingen verstimmt miteinander heim, denn sie ärgerten sich, daß Annedore nur die Sternbuben eingeladen hatte und nicht sie dazu. Annedore liebten sie eigentlich beide, auch war Annedore Klassenerste, und es galt als Ehre, mit ihr zu verkehren. „Sie ist böse mit uns,“ klagte Irene.

„Daran sind nur die Jungen schuld,“ schalt Herta.

„Wir reden nicht mehr mit ihnen.“

„Nein, nie mehr! Es schickt sich gar nicht, mit ihnen zu verkehren.“

Als die beiden nach Hause kamen, waren sie entschlossen, nie mehr mit diesen groben, ungezogenen Buben zu spielen, ja, nie mehr. Und zeigen wollten sie es ihnen, sie wollten morgen und alle Tage in den Garten gehen und tun, als wären ihnen ihre neuen Nachbarn ganz unbekannt. Sie dachten sich allerlei aus, womit sie die beiden ärgern wollten, und dabei weinten sie selber vor Ärger auf der Treppe, während just zur gleichen Zeit Annedore und ihre Gäste lachten, daß Marie warnte: „Ihr werdet noch platzen vor Lachen!“

Hulda fand aber die Sternbuben noch ungeplatzt, als sie kam, die beiden heimzuholen. „So früh?“ riefen Annedore und ihre Gäste. „Viel zu früh!“

„Nich zu früh, spät ist’s schon. Aber morgen oder übermorgen mögt ihr weiterspielen bei uns. Fräulein Eva hat’s gesagt, ich soll’s bestellen.“

Das war noch ein Trost, der den Abschied versüßte.

Vergnügt trennten sich die neuen Freunde, und die Buben wanderten vergnügt mit Hulda heimwärts. Für alles, was sie zu erzählen hatten, war der Weg zu kurz; vor dem Hause blieben sie darum noch stehen, weil Peter durchaus eine Geschichte fertig erzählen wollte, die Annedore ihnen erzählt hatte, und die furchtbar komisch war.