An diesem Nachmittag ging es in der Ringewaldschen Küche wie in einer Menagerie zu. Mathes und Peter brüllten, brummten, kreischten und schrieen wie die Tiere, die sie am Morgen gesehen. Hulda mußte doch alles hören! Peter ahmte einen Affen nach, Mathes brüllte wie ein Löwe, und Hulda sagte, fürchterlich sei es.

Die Buben dachten nicht daran, in den Garten zu gehen; erst als Annedore kam, stiegen sie mit der hinab, und die war gern bereit, Zoologischen Garten mitzuspielen. Natürlich mußten sie wieder brüllen, kreischen und quieken, und dieser Lärm lockte Herta und Irene in den Garten. Und nun konnten sie nicht einmal tun, als wären die da drüben nicht zu sehen und zu hören, dazu war der Lärm zu groß. Und Annedore war ja auch dabei, um deren Freundschaft sie bangten.

Sie standen erst von fern, dann kamen sie näher und sagten nun doch zuerst guten Tag. Annedore nickte ihnen zu. „Wir spielen,“ rief sie vergnügt.

Mathes vergaß seinen Groll, er fand nämlich, der Zoologische Garten könnte reicher besetzt sein, und darum rief er über das Gitter den beiden zu: „Wollt ihr mitspielen?“

„Ja — wir können, ja!“ Herta sagte es sehr zögernd, und dabei hatte sie doch die allergrößte Lust mitzutun.

„Na, dann kommt! Herta kann Kamel sein und Irene Stachelschwein.“

„Pfui, seid ihr grob!“

„Wir sind doch net grob!“

„Ja, grob seid ihr — ihr Kellnerjungen!“

Mathes, der ohnehin ein Löwe sein wollte, brüllte laut vor Zorn; er war drauf und dran, über das Gitter zu steigen, doch Annedore hielt ihn zurück. „Die haben gedacht, du schimpfst sie,“ erklärte sie.