Ob er wohl die Katze und die Vögel mit in den Himmel nimmt? — Wer weiß das alles!

Er will den Alten fragen, aber als er eintritt in die niedrige, dumpfe Stube, erhält er keine Antwort mehr. Der Tischler Johann Seifert steht schon auf der Schwelle des großen, unbekannten Landes, ein paar Atemzüge noch und er ist drüben. Alles Klingen und Lärmen der Erdenwelt ist schon für ihn verstummt, und Fragen sind ihm nicht mehr Fragen.

Heinerle erschrickt vor dem Alten. Wie sonderbar der aussieht! Er wirft hastig die Blumen auf das schmutzige, zerwühlte Lager und rennt wieder hinaus, von der Furcht gejagt. Doch an der Türe bleibt er stehen, dreht sich noch einmal um und ruft mit angstgedämpfter Stimme: „Vergiß die Himmelsschlüssel nicht, da — damit du gleich rein kannst.“

Die Türe klappt. Heinerle steht draußen im Sonnenschein.

Niemand erfährt etwas von seinem Gang. Der Tag wird müde und läßt sich von der Nacht in die Arme nehmen. Ein neuer steigt herauf, und an ihm hört Heinerle sagen: Der alte Seifert wäre tot.

Ein Nachbar redet es im Flur des Hauses, er lacht dazu, und Frau Mädler, die Wirtschafterin, sagt: „Na, schade ist's nicht um den alten Lump. Einer weniger von der Sorte, das ist gut.“

„Er ist jetzt im Himmel“, sagt Heinerle auf einmal ernsthaft.

„Der und im Himmel!“ Der Nachbar lacht grob. „Der hat da drin nichts zu suchen, den lassen sie gar nicht ein.“

„Doch — er hat ja einen Schlüssel!“ Heinerle hätte gern erzählt, wie der alte Seifert in den Himmel gekommen ist, aber vor dem lauten ungläubigen Lachen der andern läuft er davon. Er flüchtet zur Mutter und vertraut der sein großes Geheimnis an. Und die Mutter glaubt auch, daß sich Seiferts Johann nun den Himmel aufgeschlossen hat, sie zweifelt nicht, sie lächelt nicht, sie hält ihren kleinen Jungen fest im Arm, und ihr Blick taucht tief in den seinen.

„Ist er jetzt — schon oben?“ Heinerle hält den Atem an, so sehr erregt ihn selbst die Frage.