Der Nikolaus war wieder heimgekommen!
Vater und Bruder liefen herzu. Die Kinder zappelten auf dem Pferde herum, Jeannettchen, die meinte, wenn jemand anders weint, muß man mitweinen, schluchzte zum Erbarmen, und auch Louisons Tränlein flossen. Anthoine aber saß stolz auf dem Roß. Er hielt die Schwestern fest, und obgleich das Pferd ganz geduldig stillhielt, hatte er doch das Gefühl, ein ganz besonderer Held zu sein.
»Die Kinder müssen heim,« sagte die Rabenmutter auf einmal.
Der Wachtmeister Nikolaus Rabe hob die drei vom Pferd. Er streichelte sie ganz sacht und sagte, in seinem Mantelsack hätte er auch schöne Dinge für brave Kinder. Jetzt sollten sie nach Hause gehen, morgen würde er nach Pösen kommen und ihnen wunderbare Sachen erzählen.
Das war freilich den Kindern nur halb recht. Sie wären herzensgern geblieben, doch der Rabenvater sah ernsthaft drein. »Gut, daß es der Nikolaus war, der euch gefunden hat, es hätte euch schlimm ergehen können.«
Da bekamen die drei Schelme doch nachträglich eine schreckliche Angst. Und den halben Weg rannten sie vor Angst, den andern halben Weg vor Eifer, um in Pösen ihr Abenteuer zu berichten.
Was sie dort erzählten, war nun freilich so seltsam, daß Frau Sophie Christine zuerst fast das Schelten über das In-den-Wald-Laufen vergaß. Nachher holte sie es jedoch nach, denn die gute Mutter verstand auch das Strengsein zur rechten Zeit. Nur schlimm war die Strafe an dem Tage nicht, denn Frau Sophia Christines Mitfreude am Glück der alten Bauersleute war zu groß. Ein Kind kehrt wieder heim aus dem Weltgetriebe, sang es im Herzen der kleinen Frau. Ach, sie ahnte noch nichts von dem Bangen um der eigenen Kinder Verlorensein in der weiten Welt.