Und dann ritten die beiden weiter bis zur Leuchtenburg, deren Tor sich ihnen gastlich auftat. Am nächsten Morgen ritten die fünf Männer vor Tau und Tag die Saale entlang und Nikolaus dachte dabei an den Zug, den er einst als Troßbube der Schweden mitgemacht hatte. Lang war es her, vor sieben Jahren war er heimgekommen und nun verließ er Weib und Kind, weil das wilde Reiterblut in ihm nicht zur Ruhe kommen konnte. Er erhob seine Stimme und begann in rauhen Tönen ein Kriegslied zu singen, ungefüge gellte das durch das stille Saaletal und weckte noch manchen müden Schläfer auf. Den Leuten kam dabei ein böses Erinnern und ein paar zaghafte Weiberlein krochen gar unter die Betten: »Hilf Himmel, die Schweden sind wieder da! Der Herr Kurfürst von Brandenburg ist ihrer doch nich Herre geworden.«
Doch der rauhe Gesang starb mählich in der Ferne, leiser und leiser tönte es im Saaletal:
»Steh dir bei der himmlische Segen
Jedweden einem
Der Leib sei dir beinern
Das Herz sei dir steinern.
Das Haupt sei gestählet
Der Himmel geschildet
Die Hölle versperret,
All's Übel sei von dir verirret.«
Herr Balthasar von Hünefeld lachte. »Ich weiß eine andere Melodie, alter Kriegskamerad, als dein verzwicktes Zaubersprüchel. Auf, mitgesungen:
»Es geht ein Butzemann im Reich herum –«
»Didum, didum! Bidi, bidi, bum«
da fiel der Nikolaus lachend ein und beide sangen:
»Der Kaiser schlägt die Trum
Mit Händen und mit Füßen,
Mit Säbeln und mit Spießen,
Didum, didum, didum.«
Die drei Junker erhoben ihre Stimmen dazu und so singend zogen sie durch das Land.
Über ein kleines noch, und die drei Jugendfreunde steckten im Soldatenrock.