Die kamen beide angerannt, erst erschrocken vor dem fremden, fluchenden Mann, dann hing ihm das junge Weib am Hals und rief: »Endlich, Niklas, endlich. Als du fortzogst, konnte der da noch niche recht reden und itze pappert er's Blaue vom Himmel runter.«
»Ja, und unser Jeannettchen war ein Kind, und in drei Wochen wird sie Frau von Dracksdorf,« redete der Magister besinnlich in den lauten Jubel der Frau hinein.
»Na, Gott sei Dank, denn die Louison ist Madame de St. Laurent und tut, als hätte sie in Paris ihren ersten Schrei getan. Dunderwetter, kaum angesehen hat sie mich. Und unsern Junker Anthoine haben sie eingesponnen wie eine arme Fliege.«
»Und der junge Herr Adrian?« fragte der Magister.
»Der ist nach Wien gezogen auf die hohe Schule, hat seinen Abschied genommen, weil's doch nichts mehr zu kämpfen gab. Akkurat nach Wien, ich persuadier –«
»Daß Ihm gleich sein Dach auf den Dämelkopf fällt!«
»Dunderwetter ja! Der Herr Magister kann's fluchen fast besser als der Herr von Hünefeld, und der hat arg gewettert, als wir so Woche um Woche gelegen haben und nix zu sehen kriegten vom Feind. Und hernach der vermaledeite Friede und jetzund der, den der arme Herr Kurfürst von Brandenburg hat unterschreiben müssen. Sie sollen ihm alle seine wohlverdiente Siegesbeute genommen haben, und ich habe die Opinion, daß –«
»Was hat Er noch? Glauben tut Er, und was glaubt Er?«
»Daß, daß – es der Herr Adrian mit den Wissenschaften hält,« stotterte Nikolaus, der durch des Magisters heftigen Anruf ganz aus der Fassung gekommen war. Er vergaß es, den Faden des Weltgeschehens weiterzuspinnen, war wieder im engen Tal der Heimat und hätte nun gern etwas von Haus und Hof gehört. Doch der Magister war damit nicht zufrieden, dessen Gedanken gingen dem Schicksal der drei Freunde nach. Er brummelte: »So, so, mit den Wissenschaften hält's der Junker Adrian. Alleweile, da hat er den besten Teil von allen dreien erwählt. Heirat und Kriegsdienst sind nicht viel wert, die Wissenschaften sind am besten.«