»Weil ich ein Hornvieh war, mit Verlaub. Potz Dunderwetter, hab Weib, Kind, Haus und Hof daheim und vagiere in der Welt herum. Schätze aber, es war doch richtig, daß ich die Türken verjagen half. Nun ziehen wir aber heim. Sie wollen die Brandenburger nit, weil sie nit gut katholisch sein. Mir hat neulich unser Herr Oberst so lange ein Sprüchlein gesagt, bis ich es mir gemerkt habe, und das ist, weiß der Himmel, ein gut Wort und zeigt so recht der Menschen allerdümmste Dummheit.«
»Wie heißt denn das Wort?« fragte Adrian.
Ja, wie hieß es – im Türkenkampf war dem Nikolaus das mühsam Erlernte flink wieder aus dem Gedächtnis hinausgefahren.
Es war schon gut, daß der Herr Adrian Rudolph ein gelehrter Herr war, der konnte dem Gestammle des alten Soldaten Wort und Rundung geben. Sie brachten schließlich alle beide das Sprüchlein zusammen, und die junge Louison und die alte Frau, die eine Katholikin war, nickten andächtig zu dem Verslein:
»Lutherisch, Päpstlich und Kalvinisch, diese Glauben alle drei, Sind vorhanden, doch ist Zweifel, wo das Christentum denn sei.«
»Ich weiß doch, wo's Christentum ist, die gnädige Frau Mutter in Pösen trägt's in ihrem Herzen, Gnaden der Herr Vater auch und meine liebe Hausfrau dazu. Und jetzt reite ich heim. Helf mir unser Herrgott, daß ich die Heimat noch einmal sehe!«