Kasperle schluchzte in sein Bett hinein und der alte gute Haushofmeister fragte traurig: „Kasperle, warum bist du nur so unnütz?“
„Sie ist böse,“ knurrte Kasperle zornig wie ein kleiner wütender Hund.
„Ja, das ist sie. Denk’ aber an den Keller, Kasperle, und an — die Fässer!“
„Ich will’s nicht wieder tun,“ murmelte Kasperle bedrückt. Daß der gute Haushofmeister aber auch alles herausbekam! Es wurde ihm ordentlich etwas bange vor ihm, und scheu blinzelte er den alten Mann an.
Der mußte ein wenig lachen. „O Kasperle, du Strick!“ sagte er, „du machst doch sicher noch eine Dummheit, solange die Prinzessin da ist! Jetzt sperre ich aber das Schranktürchen zu, sonst geisterst du noch einmal herum.“
Der Haushofmeister wollte gehen, da griff Kasperle bittend nach seiner Hand, und der alte Mann strich ihm linde über den Kopf. „Armer kleiner Kerl,“ sagte er, „warum hat dich unser Herzog nicht in deinem Waldhaus gelassen!“
Kasperle seufzte tief, tief, danach drehte er sich um und schlief
wie ein Rätzlein, schlief bis zum sonnigen Morgen. Und als er aufwachte, dachte er an keine Gespensterei, nichts, nur daran, wie er wohl heute das traurige Marlenchen sehen könnte.
Dreizehntes Kapitel
Das Nest auf der Ulme
An diesem Morgen kam die Prinzessin Gundolfine mit einem Gesicht zum Frühstück, als hätte sie drei Metzen Schlackerwetter aufessen müssen. „Es hat heute nacht gespukt,“ sagte sie böse.