Und als der den Bogen sinken ließ, konnte man die Gräser zittern hören, so stille war es im Walde.
Die Waldhausleute saßen an diesem Abend lange auf der Wiese. Der Mond vergaß das Weiterwandern beinahe, so gut gefiel es ihm
wieder einmal. Auch war der alte Bursch etwas neugierig, er hätte gern gehört, was Michele erzählte. Der redete von großen Städten, in denen er gespielt hatte, auch von Schlössern und vornehmen Leuten. Und endlich sagte er: „Bei dem Fürsten von Wolkenburg habe ich auch gespielt und weißt du, wer da war, Kasperle?“
„Der Herzog!“ schrie Kasperle. Er fiel vor Schreck beinahe hintenüber, denn vor dem Herzog August Erasmus, den er einmal als Gespenst arg erschreckt hatte, und der noch immer aufpassen ließ, ob das Kasperle nicht über die Grenze lief, hatte er eine Heidenangst.
„Nein,“ sagte Michele traurig, „der nicht, aber die schöne Gräfin Rosemarie war da, die nächstens den Grafen von Singerlingen heiraten wird.“
Nun fiel Kasperle doch steif wie ein Stock hin. Denn was zuviel ist, ist zuviel, und daß die schöne Gräfin Rosemarie, die ihm einst als Kind geholfen hatte zu entfliehen, den alten Grafen von Singerlingen heiraten sollte, das ging über seine Nase.
„Ist nicht wahr!“ schrie er.
„Ist doch wahr!“ sagte Michele, und wieder war es, als ob sein Herz weinte.
„Ist dumm!“ Kasperle streckte vor Wut die Beine in die Luft.
„Wer ist dumm? Was ist dumm?“ fragte Michele.