Auf dem Wege aber, der von Protzendorf herkam, wanderte ein Mann. Komisch war das, der Mann ging gebückt, blieb manchmal stehen und schaute sich dann um, als ob er irgend etwas vorhätte und sich nicht recht traute.
Warum nur Flock nicht bellt! dachte Kasperle, und gerade da kam Flock angerannt. „Wauwauwau!“ bellte er laut, aber da warf ihm der Mann etwas hin und schnapp! griff Flock danach. Wahrhaftig, es sah wie eine große Wurst aus! Und Flock vergaß rasch
das Bellen. Kasperle dachte: Na, warte du, du bist mir ein schöner Wächter!
Himmel, und was geschah nun!
Kasperle legte sich vor Schreck platt auf das Dach. Er sah nämlich, wie der Mann sich an das Waldhaus heranschlich, eine Leiter nahm und diese gerade an das offene Kammerfenster lehnte, aus dem Kasperle vor einem Weilchen herausgeklettert war.
Ja, und potztausend, der Mann war der Schäfer Damian ohne Maul aus Protzendorf! Den hatte Kasperle einst arg gekränkt auf seiner kunterbunten Reise in die Welt hinaus, von der der Kasperlemann den Kindern in Wutzelheim erzählt hatte. Und jetzt wollte ihn Damian heimlich rauben, ganz sicher wollte er das!
Ei, das soll dir schlecht bekommen! dachte Kasperle. Er rutschte auf dem Dach entlang, leise, ganz leise, und als Damian gerade in das Kammerfenster gewutscht war, gab er von oben der Leiter einen Stoß und fing ein mörderliches Geschrei an: „Michele, Michele, zur Hilfe!“
Damian, der in dem Kämmerchen stand, erschrak, er hörte das Schreien und sah plötzlich, wie jemand aus dem Bett aufstand, der groß und kräftig war, gar nicht so klein wie das Kasperle.
Michele hörte Kasperles Rufen, sah den fremden Mann in der Kammer und ripsch, rupsch nahm er einen Stuhl und schlug den Damian ohne Maul um die Ohren. Kasperle aber hatte auf dem Dach eine Latte gefunden; mit der rutschte er wieder in die Kammer, und klitsch, klatsch schlug er Damian auf den Hosenboden.