Kasperle nahm den Brief, wickelte ihn um einen Stein, den er sich mitgenommen hatte, knotete sein Taschentuch darum und warf alles den Grenzwächtern vor die Füße.
Bums! fiel das Päckchen vor beiden nieder. Die schauten sich verdutzt um, sie sahen aber niemand und nichts. Kasperle war rasch von der Tanne halb heruntergeglitscht. Er konnte aber gerade noch die beiden Wächter sehen. Die knoteten das Tüchlein auf, fanden den Brief und lasen erstaunt: „An Härzog Aukuhst Ehrasssmuhs fon Kasperle.“
„Potztausend!“ riefen beide. „Das ist aber mal ein dummer Streich!“ Weil Kasperle den Umschlag nicht geschlossen hatte, konnten sie auch lesen, was in dem Brief stand.
„Hähr Härzog iich Kasperle wil bai diech gomen un fiel Schbaasen magen wen Krefin Rohsemarie heurathen dut main Freund Michele. Un ich reisse niemalen auhs, nuhr wen du sackst: gäh sum Teifele Kasperle. Dan gäht Kasperle — ahber for immer. Schmaise auch ainen Briff übber die Gränze miht dain Wort. Dann gomd bästimt
Kasperle.“
„Je, je, je! Ist das nun ein richtiger Brief, oder ist’s ’n Schabernack?“ meinte der eine Wächter, und der andere brummelte: „Hm, hm, so’n Geschreibe könnte schon ein Kasperle fertig bringen!“
Und dann legten alle beide die Finger an die Nasen und überlegten, ob sie den Brief dem Herzog bringen sollten.
„Ja,“ sagte der eine.
„Nein,“ rief der andere.
„Recht — nein,“ antwortete der erste.