„Recht — ja,“ erwiderte der zweite.
Da rief der erste wieder ja und der zweite wieder nein, und schließlich nahmen sie ein langes und ein kurzes Holz und zogen. Der erste zog das lange, und da fiel es beiden ein, sie hatten gar nicht ausgemacht, ob das lange oder das kurze Holz ja sein sollte.
Das Gestreite ging noch eine Weile hin und her, und es wäre viele Tage wohl noch so gegangen, wenn nicht der Bauer Strohkopf aus Protzendorf gekommen wäre. Den hielten die beiden Wächter für einen absonderlich klugen Mann, und sie legten ihm Kasperles Brief vor und fragten: „Hat das Kasperle geschrieben?“
Der Bauer Strohkopf nahm den Brief, las ihn bedächtig einmal, noch einmal, denn das Lesen war ihm eine mühsame Sache, und endlich legte er den Finger an die Stirn, schaute die beiden Wächter mitleidig an und sagte: „Na, da steht doch Kasperle darunter, also muß er doch den Brief geschrieben haben!“
„Aber,“ rief der eine Wächter und legte wieder den Finger an die Nase, „wenn sich doch jemand einen Spaß gemacht hätte?“
„Aber es steht doch Kasperle darunter!“ Der Bauer Strohkopf lachte, es klang, als rassle eine alte Pauke. „Dumm, dumm, dumm! So schlecht kann wohl überhaupt niemand schreiben, wie der Brief geschrieben ist,“ rief er. Ach, lieber Himmel, und dabei konnte der Bauer selbst kaum schreiben!
Aber die Grenzwächter sagten, sie glaubten, er habe recht, und
einer von ihnen sollte den Brief zu dem Herzog tragen. Der ältere rief: „Allemal der Älteste.“
„Nä,“ rief der Bauer, „der Jüngste muß es sein, er hat die flinksten Beine!“
Wieder sagten die beiden, der Bauer Strohkopf wäre doch erstaunlich klug, und der dicke Bauer grinste und versprach ihnen, er würde ihnen einen Schinken schicken, so sehr hatte ihm die Rede der Grenzwächter geschmeichelt.