Über den Garten sanken schon die Abendschatten, und der Herzog blieb an dem Springbrunnen am Eingang stehen; hier wollte er Kasperle erwarten.
Kasperle war von dem eiligen Lauf arg müde, und er sagte zu Michele, als sie sich nun beide dem Schlosse näherten: „Ich schlage Purzelbäume, da geht’s schneller.“
„Tu’s nicht!“ riet der Geiger.
Aber da tat es Kasperle schon: eins, zwei, drei und noch einen, und auf einmal lagen Herzog und Kasperle im Brunnenbecken, denn Kasperle hatte den Herzog einfach umgerannt.
Vier Beine guckten in die Luft, und alle schrien und liefen herbei, zogen an den Beinen, und dann standen der Herzog und
Kasperle nebeneinander, und tropf, tropf, lief an beiden das Wasser herab.
Der Herzog fing mächtig an zu schelten, Kasperle aber erhob noch lauter seine Stimme, er brach in ein rechtes, furchtbares Kasperlegeheul aus, und allen, die mit am Tore standen, wurde es himmelangst. Der Herzog ließ vor Schreck das Schelten sein. „Um Himmels willen,“ rief er, „Kasperle ist ertrunken!“
„Na, wenn einer ertrunken ist, schreit er doch nicht so mörderlich!“ brummte der alte Haushofmeister. Er nahm Kasperle, drehte ihn um und um, stellte ihn bums! wieder auf seine Füße und da — schwieg Kasperle.
Er sah sich um, bemerkte die vielen erschrockenen Gesichter, sah den Herzog plitschnaß dastehen, und plötzlich kam ihn das Lachen an; er lachte und lachte, wie eben nur ein Kasperle lachen kann, er schüttelte sich geradezu vor Lachen. Erst lachte die Gräfin Rosemarie ganz, ganz leise mit, und dann lachte der Graf von Singerlingen, der Herzog lachte, und auf einmal lachten alle, lachten und lachten.
Nur die Prinzessin Gundolfine lachte nicht. Die machte ein Gesicht wie die Frau im Essigkrug, und die alte Liesetrine lachte auch nicht, doch das merkten die andern gar nicht. Schließlich sagte der Herzog, sein Bauch tue ihm vor Lachen weh, und weil er auch plitschnaß war, riet ihm sein Leibarzt, er möchte sich nur rasch ins Bett legen.