kam ihm nicht zum Bewußtsein; nur daß da in seinem Magen etwas nicht in Ordnung war, merkte er. Verwirrt richtete er sich auf, das raschelte und rauschte um ihn herum, und der Mond schien so freundlich zu ihm herein. Da besann sich Kasperle nach und nach auf alles, was geschehen war. Auch die Butterbrote fielen ihm ein, und er fand die neben sich in dem großen Haubenkoffer liegen. Da begann er zu schmausen, und als er satt war, hatte er auch Lust, ein bißchen Dummheiten zu machen.

Freilich, in einem Gepäckwagen läßt sich schwer etwas anstellen, zumal nur gerade das Fleckchen, auf dem der Haubenkoffer stand, etwas hell war; alles andere lag im tiefen Schatten.

Kasperle gähnte, Kasperle seufzte, es war doch recht langweilig in einem Gepäckwagen! Auf einmal zwickte und zwackte ihn etwas, sein kleines Kasperleherz tat ihm weh. Er dachte an das Waldhaus und seine Bewohner, an sein Michele und die schöne Rosemarie, und da wuschelte er den Kopf in der Prinzessin Gundolfine Hauben und schluchzte bitterlich.

Wie schwer war es doch, so ein armes, verlassenes Kasperle zu sein! Nun mußte er immer bei dem Herzog leben, vielleicht sah er die Waldhausleute nie, nie wieder und sein Michele nicht und Rosemarie nicht.

Ach, sicher, der Herzog war boshaft! Der würde nie sagen: „Geh zum Teufel!“ Der würde ihn immer gleich einsperren und auch hungern lassen.

Kasperle trommelte mit beiden Fäusten wütend auf den Hauben herum. Schlimm, schlimm, schlimm erging es ihm!

Ausreißen wäre am besten, dachte er.

Aber da meinte er seines Michele Stimme zu hören, die sprach: Sein Versprechen muß man halten. Ein Schuft, wer sein Wort bricht.

Kasperle stöhnte. Ach, er hatte es schon schlecht jetzt! Und dann fiel ihm seine Urheimat ein, die schöne Kasperleinsel, von der

er oft geträumt hatte. So ganz genau wußte er es nicht mehr, wie es da war. Immer, wenn er an die ferne, unbekannte Insel im Weltmeer dachte, sah er ja nur viele, viele bunte, leuchtende Blumen, meinte seltsam schöne Vögel singen zu hören und andre kleine lustige Kasperles zu sehen. Aber alles war ihm nur noch wie ein Traum; er war schon so lange unter den Menschen, da hatte er vieles vergessen.