schwammen manchmal rasch vorbei und schimmernde Libellen tanzten über dem Wasser hin.
Das Bächlein gefiel Kasperle gut. Er hörte es rauschen, lief dem Tone nach und sah dann das silberklare Wasser. Da dachte Kasperle gerade an hineinpatschen und Darinspielen, als er ein kleines Mädchen am Rande sitzen sah. Es war ein feines, schönes Kind, wie das Schneewittchen im Märchen, nur die Wänglein waren
nicht rot wie Blut, sondern auch weiß wie frischgefallener Schnee.
„Hollahe!“ schrie Kasperle vergnügt. Der dachte: Das ist eine feine kleine Spielgenossin.
Das Kind fuhr erschrocken zusammen, tat einen Seufzer und sank blaß und still ins Gras.
Kasperle war arg erschrocken. Es sah wirklich aus, als ob die Kleine tot wäre. Ganz sachte ging er näher und betrachtete das zarte
Gesichtchen. Da öffnete das Kind die großen, dunklen Augen und sah ihn traurig an. Dem Kasperle tat das Herz weh, so traurig war der Blick. Er blieb ganz still stehen, ließ die Nase hängen und wagte kaum sich zu rühren.
Ein Weilchen war es ganz still, bis auf einmal eine leise, traurige Stimme fragte: „Wer bist du denn?“
Kasperle sah die Kleine scheu an und antwortete: „Kasperle. Aber du, bist du eine Prinzessin?“