„Hurra, Kasperle soll leben!“

„Tut er ja auch,“ brummte der Kasperlemann. „Und gut hat er dann eine Weile gelebt; in des Herzogs Jagdschloß hat er beinahe die Räucherkammer leergegessen mit seinem Freund, dem Geißbuben Michele. Das Michele hat dem Kasperle in das Schloß hinein geholfen, und als da der Herzog August Erasmus unversehens gekommen ist, hat sich Kasperle in eine verborgene Kammer geflüchtet, und alle im Schloß haben gedacht, es spuke ein Gespenst darin.“

„Uje, das ist aber fein! Ich will auch mal Gespenst sein,“ schrie Hansjörg.

„Ich auch, ich auch! Gespenst sein, ist fein,“ echote es. „Morgen spielen wir Gespenster!“

„Wie hat er es denn als Gespenst gemacht?“

Das schwätzte laut vor dem Budchen durcheinander, und der Kasperlemann brummte: „So dumm bin ich nicht, euch das zu verraten. Wer spukt, kriegt was auf den Hosenboden, und nun still! Wer redet, bekommt einen Nasenstüber.“

Da waren die Kinder wieder muckstill, und der Kasperlemann erzählte weiter: „Na, kurz und gut, sie haben es im Schloß herausgekriegt, wo das Gespenst war, und da hat es Kasperle mit der Angst gekriegt und ist durch einen geheimen Gang entflohen. Vorher

aber hat der Bösewicht dem Herzog noch einen schweren Geldbeutel auf den Magen geworfen.“

„War Geld drinnen?“ Hansjörg riß seinen Mund wieder sperrangelweit auf, und der Kasperlemann brummte: „Schafskopf, natürlich! Von was wäre er sonst schwer gewesen! Wer jetzt aber noch ein Wort dazwischenredet, muß drei Pfennige zahlen.“

„Ich hab’ nur einen Pfennig!“ jammerte Minchen Hirsebrei.