Wie gern erzählte Kasperle davon! Er kauerte sich am Bachrand nieder wie ein kleiner Türke und sagte: „Wo soll ich anfangen?“

„Beim großen, alten Schrank, in dem du so schrecklich lange geschlafen hast,“ bat das traurige Marlenchen.

Kasperle schwätzte vergnügt. Auf der hohen Ulme, unter der die Kinder saßen, wohnten Elstern; die ärgerten sich, denn so flink und lustig wie Kasperle konnten selbst sie das Schwatzen nicht. Sie

erhoben ihre Stimmen und krächzten dazwischen. „Seid stille!“ schrie Kasperle hinauf, und als die Elstern sich darum gar nicht kümmerten, sondern immer lauter ihre Stimmen erhoben, da kletterte Kasperle flugs ein Stück die Ulme hinan und schnitt sein Räubergesicht.

Die Elstern fielen kreischend vor Schreck in ihr Nest zurück, und auf einmal waren sie muckstill. Und wieder flog ein Scheinchen über der kleinen Marlene Gesicht. „Ich kann die Elstern nicht leiden,“ sagte sie, „sie haben so böse Stimmen. Gut, daß sie mal stille sein müssen!“

„Ja,“ rief Kasperle, „seid ganz stille, ich will —“

Ach, da tönte vom Schlosse her ein schrilles Pfeifen, und nun mußte auch das arme Kasperle still sein. Er nahm betrübt Abschied, sie sagten wieder: „Morgen“, schüttelten sich die Hände, und dann rannte Kasperle ins Schloß. Er sollte mit dem Herzog spazierenfahren.

„Aber keine Gesichter schneiden!“ Der Herzog drohte streng mit dem Finger, und weil Kasperle ohnehin ein schlechtes Gewissen wegen der Froschgeschichte hatte, saß er wirklich muckstill auf seinem Sitz.

Er war an diesem Abend überhaupt ungeheuer brav, denn der Herzog redete noch immerzu von den Fröschen und wie die wohl in sein Gartenzimmer gekommen seien. Da hatte Kasperle Angst, er könnte darum gefragt, werden, darum schwieg er und saß still mit gesenkten Augen am Tisch.

Er wird noch, dachte der Herzog, ich werde ihn erziehen.