Vergeblich, der wurde nicht munter. Veit kam auf den Gedanken, ihm ein Wassergüßlein über den Kopf zu gießen. Er holte ein Glas Wasser und goß es Kasperle auf die Nase. Da strampelte und zappelte der eine Weile und — schlief weiter.

Inzwischen klingelte der Herzog ungeduldig. „Kasperle soll kommen!“ rief er.

„Kasperle schläft,“ meldete der Diener.

„Er schläft? Ja, da weckt ihn doch auf! Wie kann er schlafen, wenn ich ihn sprechen will!“ schrie der Herzog.

„Er wacht nicht auf,“ stotterte der Diener erschrocken.

„Er wacht nicht auf? Aber das ist ja unerhört! Man gieße ihm Wasser über den Kopf!“ Der Herzog war ganz aufgeregt, und als er hörte, Veit habe Kasperle schon das zweite Wassergüßlein über den Kopf gegossen, bekam er Angst. Er verlangte den Leibarzt, und dann lief er selbst, sich das schlafende Kasperle anzusehen.

Der schlief und schlief, grunzte, stöhnte und schnarchte, und der Leibarzt schüttelte bedenklich den Kopf. „Er ist krank,“ sagte er, „ganz bestimmt ist er krank oder — er schläft nun wieder einmal viele, viele Jahre. Bei einem Kasperle kann man eben nicht wissen, wie eine Sache ausgeht.“

Der Herzog wurde leichenblaß. „Lieber Leibarzt,“ flehte er, „machen Sie mir das Kasperle munter! Zwölf Jahre lang habe ich alles versucht, um Kasperle zu bekommen, und nun — ja, nun schläft er vielleicht länger, als ich noch lebe. Oh, oh, ist das eine dumme Geschichte!“

Der Leibarzt legte den Finger an die Nase, schüttelte wieder den Kopf und begehrte ganz genau zu wissen, was eigentlich Kasperle zuletzt getan hatte.

„Eingesperrt war er in einem dunklen Keller,“ brummte der Haushofmeister.