machte plötzlich sein Räubergesicht, steckte schwipp, schwapp sämtliche Schnitten in den Mund; schluck, schluck! weg waren sie und der Strick schrie: „Mehr, mehr, ich sterbe!“
„Merkwürdig!“ Der Leibarzt sah das Kasperle verwundert an, der Herzog aber rief: „Mehr, bringt mehr!“ Und weil er selbst gern Schokolade lutschte, holte er eine feine silberne Dose aus der Tasche, reichte sie Kasperle und sagte: „Nimm eins!“
Ein Schokoladeplätzchen, jemine! Kasperle nahm die Dose, und weg waren alle Plätzchen, verschwunden in seinem großen Mund. Kasperle aber schrie jetzt richtig unnütz: „Mehr, mehr!“
Da rannte schon ein Diener in das Zimmer mit einer Platte, auf der die leckersten Dinge standen, und der Herzog sagte gerade: „Man muß ihm etwas aussuchen, er darf nicht zuviel essen,“ da schluckte das Kasperle schon.
Himmel, wie das ging! Dem Herzog, dem Leibarzt, den Hofherren, allen blieb der Mund vor Staunen offen. Wie ein richtiger kleiner Gierschlund war Kasperle. Belegte Schnittchen, Kuchen, Braten, ein Schüsselchen Gemüse, alles schluckte er hinab, und zuletzt nahm er sich den großen Pudding, der auch auf der Platte stand, und von dem er nur kosten sollte, und schnabulierte darauf los.
„Es wird zuviel,“ schrie der Herzog und wollte selbst den Pudding wegnehmen, aber Kasperle hielt seinen Pudding fest, er schmauste und schmauste und sah dabei so vergnügt drein, daß der Leibarzt plötzlich sagte: „Es scheint, er ist gesund.“
„Aber er überißt sich. Kasperle, mein liebes Kasperle, gib den Pudding her!“ bat der Herzog.
„Nä!“ Kasperle grinste, und als der Herzog wieder nach der Schüssel greifen wollte, schnitt er ein Hexengesicht.
„Oooh!“ Der Herzog wich erschrocken zurück.
Da sagte auf einmal der alte Haushofmeister: „Es ist genug, Kasperle.“ Und dabei sah er Kasperle freundlich und doch streng