Windgustel und Wassergustel aber erhoben ein großes Geschrei, als sie von dem Verschwinden ihres neuen Freundes hörten. Sie redeten laut, nur Damian sei daran schuld, und klagten, wie der den armen Kasper gehauen habe; das Rundumjagen der Gänse verschwiegen sie. Der Bauer Strohkopf wurde bitterböse auf den Schäfer, und bis zum dritten Feiertag sagten alle im Dorf, „Damian ohne Maul“ habe den armen kleinen Waisenjungen gar so schlecht behandelt. Nur Florian sagte es nicht.
Doch am dritten Feiertag, den man in Protzendorf noch recht behaglich feierte, geschah etwas Seltsames. Es kam ein Mann mit einem grünen Wäglein angefahren, der stellte geschäftig mitten auf dem Dorfplatz ein Kasperletheater auf, aber eins, das sich sehen lassen konnte. Auf dem größten Jahrmarkt hätte es sein Besitzer zeigen können, so schön war es. Die Puppen waren ziemlich groß und sehr prächtig angezogen; am allerbesten gefiel aber allen das Kasperle. Wie der anfing, seine Späße zu machen, staunten alle; auch die Erwachsenen kamen hinzu, und auf einmal rief da der Bauer Strohkopf: „Das ist ja mein Gänsejunge!“
Vorstellung in Protzendorf
Potzwetter ja! Jetzt sahen es die andern alle:
das war Kasper, der Gänsejunge; genau so hatte er ausgesehen, wenn er abends am Tisch seine Gesichter schnitt.
Da kletterte der Räuberhauptmann im Kasperletheater empor, und nun schrien Windgustel und Wassergustel: „Das ist er auch!“ Genau so bitterböse hatte Kasperle dreingesehen, als er am Wasser gelegen hatte. Es war zu sonderbar, alle Puppen glichen etwas dem Gänsejungen. Die Zuschauer umdrängten immer aufgeregter die kleine Bude, und der Kasperlemann hörte hinten den Lärm. Er kam heraus und fragte, was geschehen sei, und da erfuhr er die Geschichte von der wunderlichen Ähnlichkeit. Der dicke Bauer Strohkopf erzählte von dem ausgerissenen Gänsejungen.
Hei, da spitzte der Kasperlemann seine Ohren! „Er ist’s, er ist’s!“ schrie er laut. „Den muß ich fangen! Wohin ist er gelaufen? Schnell, schnell, sagt’s!“ Der Kasperlemann packte „Damian ohne Maul“ beim Jackenknopf. Da erhob der die Hand, zeigte nach Westen, brummelte „Hm!“ und mehr war nicht aus ihm herauszubekommen.
Der dicke Bauer Strohkopf aber schrie: „Ha, nun merk’ ich: Ausgerissen war der Strick! Wo stammt er denn her? Was hatte er denn ausgefressen?“
Da erzählte der Kasperlemann den staunenden Protzendorfern die Geschichte von Kasperle, der so viele, viele Jahre im Schrank geschlafen habe, und wie ihn Meister Friedolin wiedergefunden. Er selbst, sagte er,