„Er hat’s mit Absicht getan. Hach, das schreckliche Gesicht!“ Die Base Mummeline stand wütend und scheltend auf, und bitterböse saß sie dann am Tisch. Da wagte Kasperle gar nicht aufzusehen, sein Räubergesicht machte er auch nicht, denn er hatte Angst vor der Base Mummeline.

Nach Tisch gab es ein Ruhestündchen für den Lehrer, auch Lenchen und Lorchen sollten schlafen, obgleich sie heftig verlangten, sie wollten mit Kasperle spielen. Zu dem sagte die Frau Lehrerin: „Geh du und tummle dich draußen herum, macht aber keinen Lärm um das Schulhaus herum!“ Bei sich dachte die gütige Frau: Es ist ihm schon zu gönnen, daß er etwas

spielt, und hier im Hause möchte die Base Mummeline doch immerzu schelten.

Kasperle sprang vergnügt hinaus, und kaum war er draußen, da packten ihn ein paar Buben. „Komm mit, du mußt uns noch was vorkaspern,“ baten sie.

„Nicht hier,“ sagte Kasperle ängstlich, „ich soll keinen Lärm machen.“

„Komm, wir gehen in Lappenmeyers alten Schuppen, da sieht uns niemand,“ schlug der lange Blasi vor. Das fanden die andern gut, und so zogen sie dem alten Schuppen zu, und das Trüpplein war wie eine Lawine. Es wuchs und wuchs unterwegs, Buben und Mädel fanden sich dazu, und dann verschwanden sie alle in Lappenmeyers altem Schuppen. Der lag abseits vom Dorf, mitten auf einer Wiese.

An diesem Nachmittag wunderten sich allerlei Leute in Waldrast. Ein paar Frauen sagten zueinander: „Warum die Kinder heute nur nicht in die Schule gehen? Wo stecken sie denn?“

„Ja, wo sind sie denn?“ fragte die Krämerfrau, die das hörte.

Da trat Herr Habermus aus dem Schulhaus heraus und fragte: „Wo sind denn die Kinder?“ Und seine liebe Frau trat neben ihn und schwang und schwang immerzu die Schulglocke. Die bimmelte zuletzt ganz zornig ins Weite: Die Schule fängt an, die Schule fängt an! Doch niemand hörte darauf: keine Bubenbeine, keine Mädelbeine kamen angetrabt, es blieb alles

still. Nur von den Erwachsenen kamen mehr und mehr, ein paar erzählten, sie hätten die Kinder alle miteinander laufen sehen, aber wohin, das wußte niemand.