Das arme Mohrchen! Niemand hatte daran gedacht, ihm den Schlammpelz abzuwaschen. Der Schmutz war nun festgetrocknet, und eine harte, schwarze Kruste bedeckte an einzelnen Stellen sein Fell.
„Ich werde ihn gleich in warmem Wasser baden,“ sagte Berta eifrig.
„Du, Berta?“ rief Fritz verwundert.
„Ja, ich,“ murmelte diese, „brauchst nicht so verwundert zu sein, was notwendig ist, ist notwendig; na und überhaupt, ein Prachtkerl ist das Mohrchen, damit basta!“
„Hurra!“ schrie Fritz und umhalste die alte Berta, daß diese beinahe selbst in das Waschfaß gefallen wäre. Damit hatte die Feindschaft zwischen Berta und Mohrchen ein Ende, sie wurde die allerdickste Freundschaft von der Welt.
Vor dem Waschhaus, im schönen, warmen Sonnenschein, wurde Mohrchen bald darauf in einer großen Wanne gebadet. Er ließ sich das wohl gefallen, und sein kleiner Herr stand mit strahlenden Augen daneben und streichelte mitunter Bertas Arm. „Ich hab’ dich wieder genau so lieb, wie früher, Bertachen,“ versicherte Fritz, „nein, noch ein bißchen lieber, weil du so gut zu Mohrchen bist!“ Berta lachte fröhlich; Mohrchen platschte behaglich im Wasser herum, und so wurde, während der weiße Seifenschaum allen Schlamm herabschwemmte, die alte Freundschaft wieder fest geschlossen. Schnurrhans saß blinzelnd auf dem Fensterbrett; er war nicht ganz zufrieden mit der Sache; er ahnte, daß er fortan nicht mehr allein alle guten Bissen bekommen würde. Und so geschah es auch; für Schnurrhans aber war das nur gesund, sonst wäre er zu dick und rund geworden.
O diese Bäckerbuben!
Gerade ehe sich die Pfingstferien noch höflich verabschiedeten, änderte sich das Wetter, und es gab einen so strahlenden Sonnenschein, daß die fünf Schatzgräber am Morgen alle als erstes Wort sagten: „Heute gehen wir!“