Im Nu waren alle vier am Wagen, standen und staunten, als hätten sie in ihrem Leben noch keinen solchen Wagen gesehen. Dabei war es ein ganz einfacher Planwagen, wie ihn die Leute in der Gegend nahmen, wenn sie zum Markt fuhren. Darauf saß niemand, darin lag niemand, er hätte gerade zwischen dem Stroh liegen müssen, das bis an den Kutschersitz heranreichte. Das braune Pferdchen, das vor den Wagen gespannt war, stand still und ergeben da und machte ein Gesicht, als wollte es sagen: „Na, wißt ihr, unterhaltsam ist die Sache nun gerade nicht.“

Den vier Kindern freilich war die Begebenheit sehr unterhaltsam. Ein bißchen neugierig, ein wenig Hans Dampf in allen Gassen waren die Oberheudorfer Buben und Mädel fast alle, und so guckten, wisperten und tuschelten denn jetzt auch die vier sehr eifrig miteinander; alle Tage findet man ja selbst in Oberheudorf nicht einen Wagen ohne Fuhrmann auf der Landstraße.

„Der Wagen sieht wie der unsrige aus,“ meinte Schnipfelbauers Fritz.

„Wir haben auch so einen,“ sagte Röse eifrig, „ganz genau so!“

„Das ist so, wie es neulich in der Zeitung stand,“ rief der dicke Friede nach einem Weilchen. „Ganz genau so ist's! Der Wagen ist sicher gestohlen worden.“

„Huh, ist das graulich!“ rief Röse. „Ich reiße aus!“

„Furchttrine,“ sagte ihr Bruder, „wir – wir nehmen den Wagen einfach mit.“

„Ja,“ schrieen Schnipfelbauers Fritz und Friede begeistert. Beide begannen geschwind auf den Bock zu klettern, Jakob folgte und Röse auch; sie hatte Angst, die drei Kameraden würden sie allein im Walde lassen. Auf dem Bock war es zwar etwas eng, und jedes saß beinahe auf des andern Schoß, aber das störte die vier weiter nicht, sie waren sehr befriedigt und fanden das Abenteuer wundervoll. Schulzens Jakob ergriff keck die Zügel, alle miteinander riefen „hühhott!“ und weil das Pferd nicht gleich laufen wollte, nahm Fritz die Peitsche und knallte damit.

In diesem Augenblick schrie jemand hinter dem Wagen laut auf. Die Kinder sahen sich entsetzt an. „Der Dieb!“ jammerte Röse, aber schon hatte Fritz die Peitsche dem armen Pferdchen um die Ohren geschlagen, und das nahm dies gewaltig übel. Hühhott brauchte nun keiner mehr zu schreien, das Pferd raste wie besessen davon, und ein lautes Schreien tönte ihm nach.

„Der Dieb, der Dieb!“ tuschelten die Kinder, das Pferdchen rannte, und da der Weg bergab ging, wurde es eine tolle Fahrt. Jakob merkte bald, daß das Pferd lief, wie es wollte, nicht, wie er wollte. Jakob fuchtelte mit der Peitsche verzweifelt in der Luft herum, und die beiden andern stöhnten und klagten immer abwechselnd.