„Donnerwetter,“ rief der Schulze, „na, ich dachte es doch! Sicher ist es eine Dummheit!“ Er lief auch dahin, wo der Wagen stand, er sah seine Kinder, Jakob erzählte, Röse heulte, die Schnipfelbäuerin hielt ihren Fritz im Arm, und ein paar Stimmen riefen dem Schulzen entgegen, was geschehen war. Verstehen konnte der zuerst in allem Geschrei und Gelärm nichts, endlich aber erzählte Jakob stolz und leidlich vernünftig, was sich eigentlich zugetragen hatte.
Der Schnipfelbauer kam auch vom Feld, auch er hörte den Lärm, und natürlich kam er so geschwind herbei, als er laufen konnte. „Na nu,“ schrie er, „was ist denn mit meinem Wagen passiert?“
„Mit Eurem Wagen?“ fragte der Schulze, und etliche Stimmen wiederholten: „Mit Eurem Wagen?“
„Mit unserm Wagen?“ rief die Schnipfelbäuerin, die bis dahin nur ihren Buben und nicht den Wagen angeschaut hatte.
„Na freilich mit unserm Wagen, mit dem die Kathrine nach Hohenstein zum Markt gefahren ist. Ich werde doch unsern Wagen kennen, wenn auch das Schild fehlt!“
„Und die Kathrine fehlt auch,“ rief die Bäuerin entsetzt.
„Ach wo, die ist hier,“ schrie just da eine Stimme. Keuchend, prustend, puterrot und fuchsteufelswild kam die Magd angetrabt, unter dem einen Arm ein Wagenschild, unter dem andern eine Peitsche. „So eine freche Bande! Nä, die Buben, und unser Fritz immer voran! Haue müssen sie haben, daß es nur so klappt. So was, aber so was auch, mir armen Person solchen Schrecken einzujagen! Immer ungezogener werden sie, die heillosen Buben. Na, wenn ich der Herr Lehrer wäre, ich brächte ihnen die Flötentöne bei, ich....“ Schwapp hatte Fritz einen Katzenkopf rechts, Schulzens Jakob einen links, und hätte die Kathrine vier Hände gehabt, dann hätten Friede und Röse auch noch ihr Teil bekommen.
„Aber Kathrine, Kathrine,“ riefen Bauer und Bäuerin, „was ist denn geschehen? Die Buben sagen doch, der Wagen hätte allein auf der Straße gehalten.“
„Nu freilich,“ murrte die Magd, „dicht dabei hab' ich ein paar Kräuter gepflückt, 's war noch so früh am Tage, und unsere arme Liese sollte sich ein Weilchen ausruhen. Ich sehe die drei Buben und Schulzens Röse kommen, die bleiben am Wagen stehen; na, ich denk' mir nichts dabei und geh' ein paar Schritte tiefer in den Wald. Nä, und auf einmal – ich denk', ein Mäuschen beißt mich – höre ich die Peitsche knallen und sehe den Wagen haste nicht gesehen davonfahren. Ich schrei, aber ach, da hätte ja wohl eher so eine alte dicke Tanne guten Tag gesagt, ehe die dreimal unnützen Buben gehört hätten. Sie rasten davon, ich hinterher, ich merkte doch, daß unsere Liese durchgeht. Unterwegs habe ich dann die Tafel gefunden und die Peitsche, und wenn's gerecht zuging, dann kriegten jetzt alle vier mit der Peitsche tüchtige Haue.“
Die vier Missetäter entschuldigten sich: „Wir dachten doch, er wäre gestohlen, huhuhu, es hat doch so was in der Zeitung gestanden!“