Druck: Chr. Verlagshaus, Stuttgart.

Seite f Inhalt.

Einleitung.
Warum noch ein Buch geschrieben wurde.

An einem Wintertag, an dem es draußen schneite und wehte, als hätte der Winter Sehnsucht, ein paar erfrorene Nasen zu sehen, saß der Schullehrer von Oberheudorf in seinem Wohnzimmer und las seiner Frau aus einem Buche vor. Die Kälte und der Sturm draußen kümmerten sie alle beide nicht, sie lachten einmal laut, einmal leise, und die Frau Lehrerin rief manchmal: „Na, so etwas!“ und ihr Mann nickte dann und sagte vergnügt zwischen Vorlesen und Lachen: „Es stimmt, es stimmt! Wirklich, so ist es gewesen, ganz genau so!“

Einmal sahen beide auch traurig drein, und die Frau wischte sich verstohlen ein paar Tränlein aus den Augen, und dann wurden sie alle beide wieder vergnügt und waren so eifrig zusammen, er beim Lesen und sie beim Zuhören und Strümpfestopfen, daß sie gar nicht hörten, als es draußen klopfte. Erst als das Klopfen stärker wurde, hörte der Lehrer auf zu lesen, und seine Frau ging und öffnete die Türe. Herein kam ein altes Weiblein, das hatte ein rotes Kopftuch um und ein so liebes, freundliches Gesicht, als wäre die Sonne seine allerbeste Freundin. Die Lehrersleute riefen ihr auch recht vergnügt entgegen: „Ei, guten Abend, Muhme Lenelies! Das ist recht, daß Sie sich mal sehen lassen. Sie kommen just auch gerade wie gerufen!“