Er stöhnte schwer, dann setzte er mit aller Kraft an und blies in sein Horn hinein, daß es nur so schmetterte. „Ha, es geht,“ frohlockte Hans Rumps und blies und blies im Eifer, daß es die Leute in jedem Hause hörten.

Die Frauen waren erschrocken zusammengefahren. „Mein Himmel, was macht Ihr denn?“ rief die Schnipfelbäuerin, und die Waldbäuerin ächzte: „Mir ist der Schreck in die Beine gefahren, Hans Rumps, was soll denn das?“

„Feuer, Feuer, es brennt, es brennt!“ schrie in diesem Augenblick Kaspar auf dem Berge und kam zur ‚Himmelblauen Ente‘ herausgestürzt. Magd und Knecht folgten ihm. Auch aus den andern Häusern stürzten die Leute heraus. Muhme Rese kam mit der Kaffeekanne in der Hand, und der Schulze zog sich noch auf der Gasse seine Weste an. Auch der Pfarrer und der Lehrer kamen herbei, und alle wollten sie wissen, wo es brenne.

Hans Rumps stand ganz verdattert da. Er hielt sein Horn ängstlich an sich gedrückt und stammelte, immer verlegener werdend: „Daran sind nur die verflixten Buben schuld, oh nä, die Buben, die Buben, die Buben!“

„Nehmt mir das nicht übel, Hans Rumps,“ sagte die Schulzenfrau lachend, „aber ein bißchen dösig scheint Ihr mir zu sein. Ja, nun blast Ihr noch das ganze Dorf zusammen, damit alle erst erfahren, wie es Euch ergangen ist!“

Nun erfuhren es wirklich alle, was die Buben dem armen Nachtwächter für einen Streich gespielt hatten.

„Und das soll nun ein Nachtwächter sein!“ rief der Bäcker. „Der merkt es ja nicht einmal, wenn das ganze Dorf weggetragen wird!“

„Doch, doch,“ brummelte Hans Rumps, „ich merk's schon, ich merke alles. Aber die Buben, nä, die heillosen Buben, die sind zu unnütz!“

Von diesen unnützen Buben nun ließ sich merkwürdigerweise kein einziger sehen, und sie waren doch sonst überall, aber auch überall, wo es was zu sehen gab, dabei. Selbst die, die nicht mitgemacht hatten, blieben fern, es war doch sicherer. Und in der Schule waren sie alle an diesem Morgen so erschrecklich brav, daß der Herr Lehrer dachte: „Ja, man merkt das schlechte Gewissen!“

Der arme Hans Rumps aber ging tiefbetrübt nach Hause. Dort trank er Kaffee, aß sechs Klappbrote dazu und legte sich danach zu Bett, er mußte sich ausschlafen von den Anstrengungen der Nacht. Nachher wollte er selbst die Buben bestrafen, hatte er gesagt. Als er mittags aber aufstand, stieg er mit dem rechten Bein aus dem Bett. Natürlich hatte er da gleich gute Laune, und dann hatte ihm die Schulzenfrau ein Gericht Schweinefleisch mit Sauerkraut geschickt und eine andere Bäuerin ein Stück Wurst, da wurde Hans Rumps noch vergnügter. Es tat ihm daher ordentlich leid, daß er die Buben bestrafen wollte, und als er sie nachher auf der Dorfstraße sah, ging er ihnen aus dem Wege.